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Anton Kuh - Biographie
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389 Grundlage des Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes aus dem Jahr 1917 per Notverordnungen autoritär zu regieren. Im Oktober 1933 richtet die Regierung des österreichischen Ständestaats auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik in Wöllersdorf-Steinabrückl, Niederösterreich, ein Internierungslager für Regimegegner ein. Mit der Schutzmacht Italien im Rücken geht das Dollfuß-Regime auch gegen die NSDAP vor, die mit Sprengstoffanschlägen die Lage zu destabilisieren versucht, und verhängt am 19. Juni 1933 ein Betätigungs- verbot. Die Verhängung der Tausend-Mark-Sperre durch das Deutsche Reich per 1. Juni 1933 soll den wichtigsten Wirtschaftszweig Öster- reichs, den Fremdenverkehr, treffen. In den Feberkämpfen des Jahres 1934 erreichen die Auseinanderset- zungen die Dimension eines offenen Bürgerkriegs. Unmittelbarer An- laß ist der bewaffnete Widerstand von Linzer Schutzbündlern gegen eine Waffensuchaktion der Heimwehren in Arbeiterheimen. Dem Kampf in Linz folgen von 12. bis 15. Feber Aufstände in Wien und zahlreichen Industriestädten Österreichs, die von der Exekutive mit äußerster Bruta- lität niedergeschlagen werden. Symbolkräftig: Die vom »Roten Wien« errichteten großen Gemeindebauten, in denen sich Arbeiter verschanzt haben, Reumannhof, Karl-Marx-Hof, Goethehof, werden vom Bundes- heer mit schweren Geschützen sturmreif geschossen. In der Folge wird die Sozialdemokratische Partei verboten, ihre Orga- nisationen werden aufgelöst, ihr Vermögen wird beschlagnahmt, das Rote Wien steht unter der Verwaltung eines »schwarzen« Bundeskom- missärs. Mit der Proklamation der berufsständischen, autoritären »Mai- verfassung« 1934 wird auch in Österreich ein faschistisches Regime errichtet. Der sogenannte »Juliputsch«, ein nationalsozialistischer Umsturz- versuch, der am 25. Juli 1934 mit dem Überfall von als Soldaten des Bundesheeres und Polizisten verkleideten SS-Männern auf das Bundes- kanzleramt in Wien beginnt, wird nach teils heftigen Gefechten zwischen Nationalsozialisten und den Streitkräften der Bundesregierung in der Steiermark, in Kärnten, Oberösterreich und Salzburg bis 30. Juli nieder- geschlagen. Unter den mehr als 200 Menschen, die bei den Kampfhand- lungen getötet werden, ist Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Erklärte Absicht des deutsch-österreichischen Abkommens, das am 11. Juli 1936 bekanntgegeben wird, ist es, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten  – nach dem Propaganda- und Wirtschaftskrieg, den NS-Deutschland seit 1933 führt  – »wieder normal und freundschaftlich zu gestalten«. Die deutsche Reichregierung hebt etwa die Tausend- Mark-Sperre auf, anerkennt die volle Souveränität Österreichs und
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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