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Anton Kuh - Biographie
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397 Klavier plus Gletscher nicht ganz unschuldig ist. Es war übrigens leicht zu erraten. Ein Pianino auf einen Gletscher steigen zu lassen  – auf einen solchen Einfall kann nur ein Asphaltliterat kommen.«3 Auf der Biennale soll heißen: Filmkunstausstellung in Venedig lief der Film Ende August 1936, wurde am Lido auch mit einer Medaille ausgezeichnet, die ihm indessen nicht den Weg in die Kinos ebnete. Anfang September führte Friedrich Fehér »Die Räubersymphonie« in Wien in einer Nachtvorstellung einem kleinen Kreis von Fachleuten vor,4 weitgehend unbeachtet, sieht man von einer begeisterten Bespre- chung in einer Musik- und Theaterzeitung ab.5 1936 – 1938 »Hamlet  – Nero vor der Thronbesteigung«, das ist, der einzigen Be- sprechung zufolge, die Quintessenz und Pointe einer fünfviertelstündi- gen Rede, die Kuh unter dem Titel »Hamlet oder Das Genie auf dem Tandelmarkt« am 30. Oktober 1936 im Wiener Konzerthaus hält, in der er »die tragische Flucht des Geistes vor der Bürde der Macht packend darstellte. Hamlets richtigste Aufgabe und Erfüllung seines Wesens wäre gewesen, Shakespeare zu sein, der den Hamlet schreibt, statt sich in dem sinnlosen Schicksalsauf- trag zu verbluten.«6 Der Rezensentenpflicht stellvertretend nachkommend, prä- zisiert Kuh: »Kuh schilderte im ›Hamlet‹ die Tragödie des ehr- geizlosen Hochgeborenen, der in dieser Welt als Schopenhauerscher Zuschauer stehe und ›zuviel wisse‹, um in ihr Lust nach Aktion zu ver- spüren; seine Erlösung wäre es, den Hamlet wenn nicht: shakespearisch zu schreiben, so wenigstens zu spielen (wie Nero Theater gespielt hat), um den ›Albdruck des Daseins auf berauschende Art loszuwerden‹. Und das tue ja Hamlet in der Tat. Er stehe  – anders als es Theaterdirek- toren und Schauspieler glauben  – jenseits von Gut und Böse, worauf nämlich geborene Prinzen ein Recht haben. So sei er ein Zwillingsbruder des jungen Nero, der  – nach Suetonius  – vor der Machtergreifung ebenfalls eine Hamlet-Natur war. Ist es ein Zufall, daß der Stiefvater und Vorgänger gleich dem Hamlets den Namen Clau- dius trage? Daß Hamlet zur Mutter in ähnlichem verdrängtem Gelüstverhältnis stehe wie Nero zu der seinen? Daß er den Polonius neronisch bestrafe, wie Nero seinen Morallehrer Seneca gestraft hat  – der notabene in den Pflichtregeln des Polonius an seinen Sohn seine geistige Spur gelassen habe?  … Fazit: den Geist graut immer vor Ergreifung der Macht. Und Wien, Konzerthaus, Mittlerer Saal, 30.10.1936, 19.30 Uhr: Hamlet oder Das Genie auf dem Tandelmarkt Preßburg / Bratislava, Gremiumsaal, 26.11.1936, 20 Uhr: Hamlet und Faust oder Das Genie und der Bürger
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter SchĂĽbler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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