Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Chroniken
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Seite - 130 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 130 - in Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa

Bild der Seite - 130 -

Bild der Seite - 130 - in Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa

Text der Seite - 130 -

von Sigmund Freud, das der Wiener Fotograf und Porträtmaler Ferdinand Schmutzer (1870– 1928) im Jahr 1926 aufgenommen hat, ist so ein perfektes Foto.1 Es zeigt Freud am Tisch sitzend. Seine Körperhaltung ist relativ entspannt, doch sein Blick ist streng und durchdringend. Mit dem Wissen um Freuds wissenschaftliche Leis- tung ist man geneigt, in diesem Blick den Blick in die menschliche Psyche zu sehen. Die ganze Aufmerksamkeit ist auf die Augen gerichtet. Der Rest der Physiognomie ist nebensächlich. Den sorgsam gestutzten Bart und die etwas asymme- trische Lippe nimmt man bei Weitem nicht so intensiv wahr. Das Porträtfoto von Karl Popper ist zwar nicht im Atelier entstanden, es ist aber genauso perfekt. Dem Fotografen gelingt es, Popper in ei- nem nachdenklichen Moment festzuhalten und man ist bereit, die ganze wissenschaftliche Leis- tung Karl Poppers durch dieses Porträt foto wahr- zunehmen. Den Kopf geneigt, die linke Hand an der Stirn, den Blick nach innen gekehrt bleibt der Porträtierte für sich. Der Blick des Betrach- ters kann leicht über das ganze Gesicht wandern und die einzelnen Partien, den Mund, die Au- gen, die Haare, die großen Ohren und die Falten geruhsam wahrnehmen. Wenn man das Porträt- foto lange genug anschaut, dann überträgt sich die fast meditative Ruhe Poppers auch auf den Betrachter. Die unterschiedlichen Qualitäten dieser bei- den Porträts sind offensichtlich, doch beide sind gleichermaßen in der Lage, unsere Wahrneh- mung von den abgelichteten Personen weitge- hend zu bestimmen und das mit dem Anspruch der Objektivität der fotografischen Technik. Einen ganz anderen Eindruck vermitteln die Büsten dieser beiden Wissenschaftler im Arka- denhof der Universität Wien (Abb. 3 und 4). Die martin engel130 1 A. Hanreich, Ferdinand Schmutzer (1870–1928): der fotografische Nachlass, Diss. Wien 2012. Abb. 1: Ferdinand Schmutzer, Porträtfoto des 70-jährigen Sigmund Freud, 1926. Abb. 2: Porträtfoto von Karl Popper. Open Access © 2018 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR
zurück zum  Buch Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa"
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Titel
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Herausgeber
Ingeborg Schemper-Sparholz
Martin Engel
Andrea Mayr
Julia Rüdiger
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
WIEN · KÖLN · WEIMAR
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20147-2
Abmessungen
18.5 x 26.0 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
Kategorien
Geschichte Chroniken
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa