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Auf die Tour! - Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
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MännlicheDamen,weiblicheMänner 157 „eineIntimitätdeseigenenSchlafzimmers“zuverleihenvermochten. InWer- bungenfür ihreAufführungenbedurfteeskeinergenauenAusführungihrer Qualitäten.DieAnzeigenverwiesen lediglichaufdie allgemein„bekannten Soubretten“.165 SieallewarennichtmehralsVolkssängerinnenbekannt.Die internationale BezeichnungfürdiesecharmantenSängerinnenwurdemitderMobilisierung derSzenezunehmend„Soubrette“.WaseineSoubrette seinkonnte,warnicht immereindeutig.DieBrockhausEnzyklopädieder Jahrhundertwendestellte einenunmittelbarenZusammenhangzumlateinischen„supretta“ fürDienerin herundwiesdaraufhin,dasssichbaldausschließlichdieTheatersprachedieses Ausdruckesbediente.Gemeintgewesenseidamitein„listiges,verschmitztes, dienstfertigesKammermädchen[…]wiees imLustspielbehufs leichtfertiger Intrigenals stehenderTypusgebrauchtwird[…]“.166WaseineSoubretteder Jahrhundertwendenochmiteinem„listigenZimmermädchen“zutunhabe, fragtedie InternationaleArtistenRevueundkamzufolgendemSchluss: WashatdiemoderneSoubrettenochvoneinemKammerkätzchenansich?Soubretten sindweiblicheBühnenkobolde, die, ob sie nun singen, plaudernoder tanzen, denHö- rer undBeschauer unwillkürlichmit sich fortreissen, so, dass er sichwillig allen ihren KünstenundCapriolengefangengebit. […]EineechteVariétésoubrettemuss fastnoch mehrFeuerwieeineTheatersoubrettehaben,dennimVariétéwillmanvorallenDingen inanimirteStimmungversetzt sein.[!]167 GeradeausdenVarietésderMonarchieseiendabei„verhältnismäßigdiebesten Soubretten“hervorgegangen.„DieWienerinundPesterinzumalvereintden Chic der Pariser Soubrette, die jedochmeist allzufrei imAuftreten ist,mit einerwohlthuenden,behaglichen,herzgewinnendenLustigkeit,diesieumsich verbreitet,undkannvorallenDingenvortrefflichsingen.“168Unterdiesenun- übertrefflichenSoubretten fandensich„Naturjodlerinnen“ebensowie„Pariser Chanteusen“.Vielevonihnenverführteder„HangzueinemleichtenLeben“ dazu,Soubrettezuwerden.AllerdingsstanddieseWahlnicht jederoffen,wie immerwiederbetontwurde,denndieserBerufkönne„eigentlichnichtgelernt werden“.169AlsSternderBudapesterSoubrettengaltCäcilieCarola, „dievon derEngländerindieAnmuth,vonderFranzösindenChicundvonderUngarin dasTemperamentbesitzt,diesvermengtmiteinememinentschauspielerischen 165 NeueLinzerTagespost,29.5.1898,4.DieVerweiseaufdiebekanntenSoubretten fandensich insämtlichenAnzeigen. 166 Brockhaus,„Soubrette“. 167 EduardRomanowski, „DieSoubrette“, IAR,20.6.1895,1–2,1. 168 Romanowski, „DieSoubrette“,2. 169 Ebda. © 2021 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H & Co. KG, Wien https://doi.org/10.7767/9783205211884 | CC BY 4.0
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Auf die Tour! Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Zwischen Habsburgermonarchie und Amerika
Titel
Auf die Tour!
Untertitel
Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Autor
Susanne Korbel
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21188-4
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
272
Kategorie
Kunst und Kultur
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