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Neue Mobilitätskonzepte und autonomes Fahren: Potenziale der
Veränderung178
9.2.1 Stationsbasiertes Carsharing
Die klassische Form des Carsharing ist das stationsbasierte Carsharing, d. h., an einem
„Sammelpunkt“ werden die Fahrzeuge bereitgestellt. Der Nutzer muss das Fahrzeug dort
abholen und auch wieder dorthin zurückbringen. Die Dauer der Nutzung wird vorab ver-
einbart. Im Unterschied zum klassischen Mietwagen können die stationsbasierten Car-
sharing-Fahrzeuge nicht nur tage-, sondern auch stundenweise entliehen werden; allerdings
gibt es zunehmend auch bei Mietwagen-Anbietern die Möglichkeit zur stundenweisen
Anmietung eines Fahrzeugs. Die Nutzer zahlen eine jährliche Grundgebühr; für die Fahr-
zeugnutzung wird ein aus Mietdauer und gefahrener Entfernung abgeleitetes nutzungs-
abhängiges Entgelt erhoben, das je nach Organisation und Anbieter variiert und auch der
Nachfrage entsprechend an Tageszeit und Wochentag angepasst sein kann. Ein Geschäfts-
gebiet ist nicht festgelegt. In der Anfangszeit fand die Reservierung der Fahrzeuge über-
wiegend telefonisch statt, heute erfolgen Buchungen auch über die Anbieter-Website oder
über Anwendungen auf mobilen Endgeräten.
Im Jahr 2014 ist stationsbasiertes Carsharing an circa 3900 Stationen in 380 Städten und
Gemeinden Deutschlands verfügbar [5], [6]. Dazu gehört auch eine ganze Reihe mittlerer
und kleinerer Städte; in Städten über 100.000 Einwohnern wird schon eine sehr gute Ab-
deckung erreicht, dagegen gibt es in Deutschland in weniger als 5 Prozent der Kommunen
mit einer Einwohnerzahl von unter 50.000 ein Carsharing-Angebot [7]. Zur Bedienung
der 3900 Stationen steht eine Flotte mit 7700 Fahrzeugen zur Verfügung, die von etwa
150 Carsharing-Anbietern bereitgestellt wird. Marktführer in Deutschland ist die Deutsche
Bahn (Flinkster), der etwa 55 Prozent der stationsbasierten Flotte gehört [8, 9]. Weltweiter
Pkw
kommerziell
Taxi Mietwagen Carsharing
stationsbasiert
stationsbasiert
und free floating stationsbasiert
ohne räumliche
Einschränkung ohne räumliche
Einschränkung mit räumlicher
Einschränkung ohne räumliche
Einschränkung
ohne räumliche
Einschränkung
mit vereinbarter
Dauer
(Stunden/
Tag/Tage) mit vereinbarter
Dauer
(Stunden/
Tage) ohne
vereinbarte
Dauer mit
Zeitvorgaben
strecken-
spezifisch strecken-
spezifisch
mit
Zeitvorgaben
ohne zeitliche
Vereinbarung
(je nach
Haushaltskontext)
ohne zeitliche
Einschränkung free floating ausschließlich
private Nutzung peer-to-
peer Mitfahr-
gelegenheit
privat
Abb. 9.1 Systematik zur Pkw-Nutzung im Spannungsfeld zwischen privatem und kommerziellem
Einsatz
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung