Seite - (000356) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Bild der Seite - (000356) -
Text der Seite - (000356) -
Verkehrliche Wirkung autonomer
Fahrzeuge344
unterschiedlichen Verteilungsfunktionen der Kapazität. Wesentliche Einflussfaktoren sind
in diesem Zusammenhang die Geschwindigkeits- und die Zeitlückenverteilungen. Je ge-
ringer die Standardabweichungen sind, umso stabiler ist der Verkehrsablauf und umso
weniger Zusammenbrüche sind auch bei hohen Verkehrsstärken zu erwarten.
Autonome Fahrzeuge werden, insbesondere wenn sie durch Kommunikation unter-
einander die Aktionen der vorausfahrenden Fahrzeuge antizipieren können, zu einer Ver-
stetigung des Verkehrsablaufs und somit zur Stabilität beitragen. Bei einem rein autonomen
Verkehr ist davon auszugehen, dass eine vollständige Stabilität erreicht wird und ein Ka-
pazitätsabfall vermieden werden kann.
16.3.2 Knotenpunkte mit Lichtsignalanlage
Da Knotenpunkte im Zuge höher belasteter Straßen in der Regel mit Lichtsignalanlagen
geregelt werden, beziehen sich die folgenden Überlegungen auf die Kapazitäten von Kno-
tenpunkten mit Lichtsignalsteuerung.
Bei hoher Verkehrsnachfrage kommt es an signalisierten Knotenpunkten unabhängig von
der Koordinierung der Lichtsignalanlagen zu einem ständigen Rückstau. Deshalb erfolgt die
Anfahrt der wartenden Fahrzeugkolonne bei Beginn der Freigabezeit regelmäßig aus dem
Stand. Wenn das erste Fahrzeug bei Beginn der Freigabe angefahren ist, folgt das nächste,
wenn ein bestimmter zeitlicher Abstand erreicht ist. Dieser zeitliche Abstand wird durch den
Zeitbedarfswert repräsentiert, der für Standardbedingungen (keine Längs
neigung, Gerade-
ausverkehr, ausreichende Fahrstreifenbreite) und reinen Pkw-Verkehr tb = 1,8 s beträgt [4].
Dies entspricht einer Sättigungsverkehrsstärke von qs = 2000 Pkw / h. Für Lkw und Busse
werden als Zeitbedarfswert tb = 3,15 s und für Lastzüge tb = 4,5 s angegeben.
Abb. 16.10 Kapazität eines Fahrstreifens in Abhängigkeit des Anteils autonomer Fahrzeuge bei
reinem Pkw-Verkehr unter Berücksichtigung größerer Folgezeitlücke von autonomen Fahrzeugen
auf von Fahrern gelenkte Fahrzeuge
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung