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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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37317.6 Fazit und Ausblick reits vor Entwicklungsbeginn der mögliche Nutzen abgeschätzt werden, und der Automo- bilhersteller kommt mit der Analyse und Auswertung von Verkehrsunfällen zusätzlich seiner Produktbeobachtungspflicht nach. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Analyse von Verkehrsunfällen heute nachweisbar, dass die Automatisierungen von Fahrfunktionen in den Kategorien „driver only“ über „assistiert“ bis zum „teilautomatisierten“ Fahren als Schlüsseltechnologie zur Milderung der Folgen menschlichen Versagens beitragen. Prognosen zum Sicherheitspotenzial „hoch- und vollautomatisierter“ Fahrzeuge auf der Basis von Verkehrsunfalldaten liefern lediglich Ergebnisse, die auf zahlreichen Annahmen basieren. Dies gilt in besonderer Weise, wenn sie permanent alle Fahraufgaben im Straßen- verkehr ohne Fahrerüberwachung übernehmen. Einen Ausblick auf den möglichen Sicher- heitseinfluss vollautomatisierter Fahrzeuge gibt eine erste Abschätzung der Daimler- Unfallforschung, die auf mehreren Expertenannahmen basiert. Gemäß dieser Abschätzung lassen sich die Unfallzahlen bis zum Jahr 2070 – unter Annahme einer erfolgreichen Markt- durchdringung – annähernd vollständig reduzieren. Allerdings wurden ausschließlich durch Pkw ausgelöste Unfälle unter Ausschluss physikalischer Grenzen bzw. möglicher technischer Mängel betrachtet. Somit basiert diese Abschätzung auf einigen Annahmen, die zukünftig noch im Detail zu ver feinern und zu validieren sind. Technische Herausforderungen erschweren derzeit valide Prognosen zum Sicherheits- potenzial. Insbesondere die Wahrnehmung und Interpretation komplexer Verkehrs- situationen stellt Entwicklungsingenieure bislang vor erhebliche technische Heraus- forderungen. Weiter hin wird die Leistungsfähigkeit des Menschen häufig unterschätzt. Fahrerassistenzsysteme gleichen im Wesentlichen anhand von Erkenntnissen aus Ver- kehrsunfallanalysen die Schwächen menschlicher Fähigkeiten aus. Sie können die Sicher- heit in Routinefahrsituationen mit menschlicher Überwachung erhöhen. Dagegen müssen fahrerlose Fahrzeuge zunächst die Fahrfähigkeiten des aufmerksamen menschlichen Fahrers erreichen, um anschließend die Fähigkeiten des Menschen für eine weitere Reduk- tion der Verkehrsunfallzahlen zu übertreffen. Erst wenn diese technischen Hürden ge- nommen sind, ist eine großflächige Einführung marktreifer vollautomatischer Fahrzeuge zu er warten. Zusammengefasst beschränken folgende Aspekte die Aussagefähigkeit der Prognosen zum Sicherheitspotenzial der Automatisierung von „driver only“- bis zu vollautomatisier- ten Fahrzeugen: ‡ Bislang ausgewiesene Sicherheitspotenziale von „driver only“ bis hin zu fortgeschrit- tenen Automatisierungsgraden sind je nach Herkunft der verwendeten Daten mit Bedacht zu beurteilen und zu verwerten. Die Aussagekraft und Prognosefähigkeit des Datenmaterials sind jeweils abhängig von der Auswahl und Bewertung der Merkmale. ‡ Unterschiedliche Herangehensweisen in Potenzialbewertungen sind unter fachkun- diger Betrachtung zu vergleichen. Ein Wirkfeld zeigt im Idealfall eine maximal mögliche Vermeidbarkeit von Verkehrsunfällen. Im Gegensatz dazu steht der tatsäch- lich ausweisbare Nutzen, der deutlich geringer ausfällt.
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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