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Prädiktion von maschineller Wahrnehmungsleistung beim automatisierten
Fahren424
tig versuchen technische Lösungen zu entwickeln, die keine hochgenaue und aktuelle
Karte mehr benötigen.
20.2.2 Ausprägung von Umgebungsmodellen
Die maschinelle Wahrnehmung mündet in ein Fahrumgebungsmodell, wobei man objekt-
basierte und gitterbasierte Repräsentationsformen unterscheidet. Beide Repräsentations-
formen sind grundsätzlich kombinierbar.
Unter einem objektbasierten Fahrzeugumfeldmodell versteht man eine dynamische
Datenstruktur, in der alle relevanten Objekte und Infrastrukturelemente in der Nähe des
eigenen Fahrzeugs korrekt in Ort und Zeit in einem gemeinsamen Bezugssystem enthalten
sind. Die Erfassung und zeitliche Verfolgung der Objekte und Infrastrukturelemente er-
folgen wie oben erläutert fortlaufend durch geeignete, in der Regel fusionierte bordeigene
Sensoren wie Kameras und Radare sowie die zusätzliche Nutzung hochgenauer digitaler
Karten. Abb. 20.2 zeigt beispielhaft Komponenten, die eine Fahrumgebungsrepräsentation
enthalten kann.
Welche Objekte und Strukturelemente für das automatisierte Fahren relevant sind, hängt
maßgeblich von der zu bewältigenden Fahraufgabe ab, deren Komplexität beginnend
mit einfachen Autobahnszenarien, über Landstraßen bis hin zum innerstädtischen Verkehr
stark zunimmt. Bei der objektbasierten Repräsentation werden alle für die Repräsentation
relevanten anderen Verkehrsteilnehmer, die relevanten Infrastrukturelemente sowie das
eigene Fahrzeug selbst jeweils durch ein eigenes dynamisches Objektmodell, in der Regel
ein zeitdiskretes Zustandsraummodell, beschrieben. Dessen Zustände wie Position, Ge-
schwindigkeit oder auch 2-D/3-D-Objektausdehnung werden schritthaltend mit den
Sensormessungen fortlaufend aktualisiert. Ferner erfolgt eine fortlaufende Erfassung der
Fahrbahnmarkierungen sowie der Verkehrszeichen und des Status der Lichtsignalanlagen.
Abb. 20.2 Prinzipbild der objektbasierten Fahrumgebungsrepräsentation. Es werden alle relevan-
ten Objekte erkannt, klassifiziert und der Infrastruktur korrekt zugeordnet
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung