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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Grundlegende und spezielle Rechtsfragen für autonome Fahrzeuge556 sichtigung einer Reaktionszeit des Fahrers [14]. Die hierdurch verzögerte Steuerungshand- lung kann einzelfallabhängig das Auftreten eines Unfalls oder seine Folgen beeinflussen. Tatsächlich erscheint diese Arbeitshypothese im Zusammenhang mit einem Wandel hin zu maschinellen Steuerungsentscheidungen keineswegs abwegig. Es ließe sich zudem noch annehmen, dass ein weiterer Vorteil dadurch erreicht werden kann, dass alternative Steuerungsmöglichkeiten (wie beispielsweise das Ausweichen anstelle des Bremsens vor einem konkret gefährdeten Fußgänger, was dem Durchschnittsfahrer selten gelingt [15]) von einer maschinellen Steuerung mitberücksichtigt werden können. Eine wesentliche, den „Dilemma-Situationen“ zugrunde liegende Arbeitshypothese lautet deshalb, dass die maschinelle Fahrzeugsteuerung potenziell zur Kontrolle von bislang nicht oder nur ver- zögert beherrschten Verkehrssituationen führt. 25.5.2.2 Die automatisierte Steuerungsentscheidung Die hierauf aufbauende weitere Annahme im gedanklichen Modell der „Dilemma-Situation“ berücksichtigt die neuartige maschinelle „Entscheidungsqualität“ einer autonomen Fahr- zeugsteuerung. Diese Sichtweise kommt ausdrücklich in der Bezeichnung des „Fahrrobo- ters“ als „Subjekt“ zum Ausdruck, die sich – mit aller in dieser Hinsicht gebotenen Vorsicht – in den grundlegenden Definitionen des vorliegenden Projektes äußert (s. Kap. 2). Um diesen Effekt pointiert hervorzuheben und die ethische Dimension einer maschinellen Steuerungsentscheidung zu argumentieren, erfolgt unter Hinzunahme eines Entschei- dungsdilemmas die – in der Natur eines Dilemmas liegende anderweitig ausweglose – Zu- spitzung. Eine solche Zuspitzung ist nicht als völlig unrealistisch anzusehen und schon deshalb unbedingt diskussionswürdig, weil es um die gesellschaftliche Akzeptanz einer weitreichenden maschinellen Entscheidungsqualität geht, die hierdurch in den Mittelpunkt gerückt wird. Diese maschinelle Entscheidung kann im Einzelfall – wie in den „Dilemma- Situationen“ konstruiert – das Recht des (konkret gefährdeten) Einzelnen auf Leben und körperliche Unversehrtheit betreffen und liegt insoweit grundsätzlich nicht anders als im Fall der grundrechtsrelevanten Gefahren im heutigen Straßenverkehr (s. hierzu Abschn. 25.3). Der wesentliche Unterschied liegt einzig in der zugrunde liegenden maschi- nellen Steuerung. 25.5.2.3 Kritische Analyse der „Dilemma-Situation“ Man wird bei einer theoretischen Aufarbeitung möglicher Konsequenzen maschineller Steuerungsentscheidungen der Sache nur gerecht, wenn auch darauf hingewiesen wird, dass die „Dilemma-Situation“ in Gestalt des „Entscheidungsdilemmas“, soweit es über- haupt existiert, die absolute Ausnahme darstellen wird. Für eine sachliche Einordnung ist deshalb einleitend darauf hinzuweisen, dass es sich von vornherein nur um eine sehr selte- ne Ausnahmesituation handeln kann. Die dem Dilemma zugrunde liegende Annahme ist, dass keine Alternative zur Schädi- gung von zwei im Wesentlichen gleichrangigen Rechtsgütern im konkreten Einzelfall denkbar ist, obwohl die maschinelle Fahrzeugsteuerung alle alternativ möglichen Steue- rungsentscheidungen berücksichtigt hat. Wenn aber in der konkreten Situation – unter
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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