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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl340 bestand jetzt außer dem bereits vollendeten Presbyterium ein weiterer provisorisch benützbarer Teil der Klosterkirche , der vom Kreuzgang her zugänglich gemacht werden musste. Es erfolgte daher die Herstellung einer Portalöffnung in der süd- lichen Außenmauer , die in das erste ( westlichste ) Langhausjoch führte und die wichtige Durchgangsfunktion zwischen Kirche und den Wohn- und Arbeits- räumen der Mönche herstellte. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahre 1937 konnte dieses vermauert gewesene Rundbogenportal ( Abb.  196 a und b ) wiederentdeckt werden1148. In die Abtreppungen des Gewändes sind beidseitig vier schlanke mo- nolithische Portalsäulen eingestellt. Sie besitzen flache , unterschnitten gearbeitete Tellerbasen und schlanke hohe Knospenkapitelle mit zwei Blattreihen. Im Tym- panon ist ein reliefierter Kleeblattbogen eingeschrieben. Die Abstufungen der in Kehlen und Wulsten profilierten Archivolten sind invers zu den senkrechten Ge- wändestufen angeordnet. Über einem Rücksprung der Gewändepfosten liegt je- weils ein Vorsprung einer Archivoltenkante. An dem Portal konnten noch Reste mittelalterlicher Farbfassung festgestellt werden. Die Säulenschäfte zeigen an ih- rer ältesten Farbschicht dunkelrote Bemalung , an den Archivolten sind rote Fu- genstriche auf weißem Grund erhalten. Stilistisch vereinigt das Südportal von Kremsmünster konservative Elemen- te , wie die Strukturform des abgetreppt trichterförmigen Rundbogenportals , mit zeitgemäßen bis fortschrittlichen Eigenschaften , etwa den gestreckten Proportio- nen , den stabdünnen , en délit gearbeiteten Portalsäulen und den birnstabförmig profilierten Archivolten. Die Kapitelle zeigen bereits den Vorbildeinfluss der Bau- plastik der Capella Speciosa von Klosterneuburg. Manche dieser Eigenschaften waren bereits für die ab 1224 durch Dompropst Heinrich von Passau umgebau- te Kollegiatsstiftskirche von Ardagger kennzeichnend1149 , was auf eine länger- fristige konsolidierte Organisation der von Passau ausgehenden Bautätigkeiten schließen lässt. Ein weiterer , entscheidender Baufortschritt an der Klosterkirche von Krems- münster erfolgte unter Abt Berthold II. von Achleiten ( reg. 1256–1274 ) : Der Stiftschronist Bernardus Noricus berichtet , dass unter Bertholds Leitung elf Ge- wölbe des Langhauses neu geschaffen worden seien. Der Chronist würdigt die wirtschaftliche und kulturelle Konsolidierung des Klosters unter Abt Berthold. 1258 konnte dieser ein neuerliches päpstliches Bestätigungsdiplom und die Be- stätigung der alten Privilegien durch Ottokar II. Přemysl erlangen , er renovierte zahlreiche Gebäude , errichtete ein Klosterspital und aktivierte das Skriptorium des Stifts1150. Im Juni 1258 überließ Bischof Otto von Passau dem Kloster zur
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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