Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Page - 340 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 340 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Image of the Page - 340 -

Image of the Page - 340 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text of the Page - 340 -

Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl340 bestand jetzt außer dem bereits vollendeten Presbyterium ein weiterer provisorisch benützbarer Teil der Klosterkirche , der vom Kreuzgang her zugänglich gemacht werden musste. Es erfolgte daher die Herstellung einer Portalöffnung in der süd- lichen Außenmauer , die in das erste ( westlichste ) Langhausjoch führte und die wichtige Durchgangsfunktion zwischen Kirche und den Wohn- und Arbeits- räumen der Mönche herstellte. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahre 1937 konnte dieses vermauert gewesene Rundbogenportal ( Abb.  196 a und b ) wiederentdeckt werden1148. In die Abtreppungen des Gewändes sind beidseitig vier schlanke mo- nolithische Portalsäulen eingestellt. Sie besitzen flache , unterschnitten gearbeitete Tellerbasen und schlanke hohe Knospenkapitelle mit zwei Blattreihen. Im Tym- panon ist ein reliefierter Kleeblattbogen eingeschrieben. Die Abstufungen der in Kehlen und Wulsten profilierten Archivolten sind invers zu den senkrechten Ge- wändestufen angeordnet. Über einem Rücksprung der Gewändepfosten liegt je- weils ein Vorsprung einer Archivoltenkante. An dem Portal konnten noch Reste mittelalterlicher Farbfassung festgestellt werden. Die Säulenschäfte zeigen an ih- rer ältesten Farbschicht dunkelrote Bemalung , an den Archivolten sind rote Fu- genstriche auf weißem Grund erhalten. Stilistisch vereinigt das Südportal von Kremsmünster konservative Elemen- te , wie die Strukturform des abgetreppt trichterförmigen Rundbogenportals , mit zeitgemäßen bis fortschrittlichen Eigenschaften , etwa den gestreckten Proportio- nen , den stabdünnen , en délit gearbeiteten Portalsäulen und den birnstabförmig profilierten Archivolten. Die Kapitelle zeigen bereits den Vorbildeinfluss der Bau- plastik der Capella Speciosa von Klosterneuburg. Manche dieser Eigenschaften waren bereits für die ab 1224 durch Dompropst Heinrich von Passau umgebau- te Kollegiatsstiftskirche von Ardagger kennzeichnend1149 , was auf eine länger- fristige konsolidierte Organisation der von Passau ausgehenden Bautätigkeiten schließen lässt. Ein weiterer , entscheidender Baufortschritt an der Klosterkirche von Krems- münster erfolgte unter Abt Berthold II. von Achleiten ( reg. 1256–1274 ) : Der Stiftschronist Bernardus Noricus berichtet , dass unter Bertholds Leitung elf Ge- wölbe des Langhauses neu geschaffen worden seien. Der Chronist würdigt die wirtschaftliche und kulturelle Konsolidierung des Klosters unter Abt Berthold. 1258 konnte dieser ein neuerliches päpstliches Bestätigungsdiplom und die Be- stätigung der alten Privilegien durch Ottokar II. Přemysl erlangen , er renovierte zahlreiche Gebäude , errichtete ein Klosterspital und aktivierte das Skriptorium des Stifts1150. Im Juni 1258 überließ Bischof Otto von Passau dem Kloster zur
back to the  book Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich