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ZwischenernsthaftenBemühungenundGreenwashing 267
beinhalteten gewalttätige Auseinandersetzungen, darunter neun Kriege.
Konflikte mit Rohstoffbezug tendieren dazu, gewaltsamer zu werden. Im
Jahr2017wurdennachAngabenderbritischenNichtregierungsorganisation
(NGO)GlobalWitness 207Umweltaktivist*innenaufgrund ihrerArbeit um-
gebracht.Viele von ihnenhatten sichgegendieAusbeutung vonRohstoffen
gewehrt. Besonders betroffen waren Aktivist*innen in Brasilien (57 doku-
mentierteOpfer), denPhilippinen (48),Kolumbien (24),Mexiko (15), derDR
Kongo (13), Indien (11), Peru (8) undHonduras (5). Dazu kommenOpfer in
weiteren Staaten. Unter den Ermordeten sind häufigMitglieder indigener
Gemeinschaften (Reckordt2018).
Zudem wird zivilgesellschaftliches Engagement gegen den Abbau von
Rohstoffen immer stärker eingeschränkt. Verantwortlich dafür sind insbe-
sondere die Regierungender rohstoffexportierendenStaaten unddie Berg-
baukonzerne.RegierungenforcierendenRohstoffabbauundsetzenzumTeil
Militär und Polizei ein, um gegen Proteste vorzugehen. Bergbaukonzerne
trageneineVerantwortung,dasiedieRohstoffeabbauenundweiterverarbei-
ten.DerAbbau,derHandelunddieWeiterverarbeitungvonRohstoffensind
potenzielleAuslöserundFinanzierungsgrundlagen fürKonfliktparteienund
somitGrundlagederMenschenrechtsverletzungen.DieMax-Planck-Stiftung
fand im Auftrag der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
(BGR)heraus,dassRisikenfürMenschenrechtsverletzungen inallenStadien
des Bergbaus existieren, von der Lizenzvergabe und Exploration, über den
Bau und den Betrieb der Minen, den Abbau der Rohstoffe bis über die
Schließung der Mine hinaus. Daher sollte die rohstoffnutzende Industrie
ihrerSorgfaltspflicht entlang ihrer Lieferkettennachkommen,umaufmen-
schenrechtliche, soziale oder ökologischeMissstände reagieren zu können
(Reckordt2018).
DeutschlandaufdemWegzurgesetzlichen
Unternehmensverantwortung?
Es stellt sich immer wieder die Frage: Wer trägt welche Verantwortung?
Grundsätzlich gilt zunächst: Der Schutz der Menschenrechte ist in erster
Linie eine staatliche Verpflichtung. Dies bestätigen auch die 2011 verab-
schiedetenUN-LeitprinzipienfürWirtschaftundMenschenrechte.Demnach
sindStaatenverpflichtet,MenschenrechtsverletzungendurchdieWirtschaft
durch»wirksamePolitiken,Gesetzgebung,sonstigeRegelungenundgericht-
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik