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Die ressourcenpolitischeAbsicherungdesE-Autos 297
Sorgfaltspflichten nachkommen« (BMWi o.J.). Grundlage hierfür ist der
Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). In diesem
RahmenhatdieBundesregierungeineUmfragegestartet, indersiebei 1800
deutschen Unternehmen nachfragte, inwieweit diese in ihren weltweiten
Lieferketten ihrer imNAPverankertenSorgfaltspflichtnachkommen (BMAS
2019). Die Umfragen basierten allerdings auf freiwilligen Angaben. Insge-
samt wird das NAP-Monitoring von NGOs daher auch kritisiert und eine
externeÜberprüfungderSorgfaltspflichtderUnternehmengefordert (CorA-
Netzwerk für Unternehmensverantwortung et al. 2019). Auch die Projekte,
die vomKompetenzzentruminChile bekanntgemachtwerden,werdenvon
der Bundesregierung nicht auf die Einhaltung von Menschenrechts- und
Umweltstandardshinüberprüft.
»DabeierwartetdieBundesregierung,dassdeutscheUnternehmeninter-
nationaleStandardswiedieLeitprinzipienderUNfürWirtschaftundMen-
schenrechte,die ILO-KernarbeitsnormenunddieOECD-Leitsätze fürmulti-
nationaleUnternehmeneinhalten.« (Bundesregierung2017)
Auf Freiwilligkeit beruht auch die globale »Initiative für Transparenz
im rohstoffgewinnenden Sektor« (Extractive Industries Transparency In-
itiative – EITI) bestehend aus Staaten, Unternehmen und NGOs, deren
MitgliedDeutschland ist. Seit dem08.Mai 2019 ist Deutschland ein EITI-
konformes Land. Der internationale Vorstand der EITI hat nach einem
Validierungsverfahren entschieden, dass Deutschland alle Anforderungen
des EITI-Standards erfolgreich umgesetzt hat. Die Länder Bolivien und
Chile sindallerdingsnicht inEITIvertreten; inArgentinienwerdendie2016
gesetzten EITI-Standards noch geprüft (EITI o.J). Ebenso sind nicht alle
für die E-Motoren und die Batterien wichtigen Rohstoffe Bestandteil der
Initiative.
Im Mai 2018 legte die Europäische Kommission (EK) ein Strategie-
PapierzurVerbesserungderRohstoff-Governancevor: »Europeonthemove.
SustainableMobility forEurope: safe, connectedandclean«.Darinwirdder
BedarfaneinersicherenundnachhaltigenRohstoffversorgungthematisiert,
länderspezifischeAngabenfindensichdort abernicht (EK2018). ImFall der
Demokratischen Republik Kongo empfiehlt die Organisation for Economic
Co-operation and Development (OECD), die gesamte Lieferkette nachvoll-
ziehbar zu gestalten.Die Sorgfaltspflicht, etwa keine schwere Kinderarbeit
zuunterstützen oder die Finanzierung vonKonflikten zu verhindern,müs-
se erfüllt sein (Al Barazi et al. 2017). Die Möglichkeit harter Sanktionen
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik