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402 MaximilianStrötzel
ort einZukunftskonzept zuentwickeln,mitdemüberQualifizierungenund
WeiterbildungenalleBeschäftigteneinePerspektiveindenanstehendenUm-
strukturierungsprozessenerhalten.
In diesem Sinne kämpft die IGMetall für Standort- beziehungsweise
Zukunftssicherungsprogramme,die indengroßenUnternehmenBeschäfti-
gungssicherungenbis 2029oder 2030, sowie Investitionen,Produktzusagen
und klare Pläne zur Standortentwicklung, sowie Qualifizierungszusagen
enthalten. Solche Programme sollen in der Folge tariflichmöglichst auf die
Fläche ausgedehnt werden. Dort, wo Unternehmen das nicht leisten kön-
nen (kleine undmittelständigeUnternehmen,Unternehmenmit schlechter
Ressourcenausstattung oder in strukturschwache Regionen), wirdman die
konkrete betriebliche und auch tarifliche Ebene verlassen und regionale
Entwicklungsfondseinsetzenmüssen.
MitdemTransformationskurzarbeiter*innengeldhatdie IGMetall auch
ein arbeitsmarktpolitisches Instrument in dieDebatte eingebracht, das die
positivenErfahrungenderKurzarbeitausderFinanzkrise2008f.aufdieUm-
strukturierungsprozesse der nächsten Jahre überträgt. Bisher bestehenmit
demKonjunktur-unddemTransferkurzarbeiter*innengeldnur Instrumen-
te, die Beschäftigte im Falle einer vorübergehenden absatzbedingten Krise
desUnternehmensodergareinerBetriebsschließungauffangen.DerTrans-
formationsprozess der Digitalisierung, E-Mobilität und fortwährender Au-
tomatisierungverlangtaberAntwortenaufwirtschaftsstrukturelleÄnderun-
gen.DasTransformationskurzarbeiter*innengeldsollhiereineLückeschlie-
ßenunddieFreistellungderBeschäftigtenaneineverpflichtendeQualifika-
tionsmaßnahme binden, die durch beide Betriebsparteien vereinbart wird.
DerBetriebsrat erhält hier alsoMitbestimmungsrechte.DieMaßnahmegilt
demVorschlagnachfürvierWochenbiszu24Monaten.DieForderungnach
diesemarbeitsmarktpolitischen Instrumenthatdie IGMetall imArbeitsmi-
nisteriumplatziert.
Die IGMetall ist zudem in beratendenKommissionen undArbeitskrei-
sen tätig, die auf Landes-undBundesebene (für Baden-Württemberg siehe
Burmeister2019)EntwicklungsszenarienentwirftunddieRegierungeninder
Wahl ihrerpolitischen Instrumentebegleitet.So sitzt sie etwa inder ›Mobi-
litätskommission‹NPM(NationalePlattformZukunftderMobilität), diedie
Bundesregierung2018imAnschlussandieNPE(NationalePlattformElektro-
mobilität)gebildethat,inzweiArbeitskreisen: inderArbeitsgruppeeinszum
ThemaKlimaschutz undVerkehr undderArbeitsgruppe vier zur Sicherung
desMobilitäts-undProduktionsstandortes,Batteriezellproduktion,Rohstof-
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik