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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
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ZNZ Die erste Ersteigung des Großüenedlgers Als wir eben von Hausstätter Abschied nahmen, kamen als die ersten nach uns zwei Pinzgauer, welche den Erinnerungspflock trugen, auf der Spitze an. Im Hinabsteigen begegneten wir dann denjenigen nus unserer Gesellschaft, welche noch den höchsten Punkt, dem sie doch so nahe waren, erreichen wollten, wir trafen jedoch auch manche an, die von Unwohlsein befallen, von der Vollführung ihres Vorhabens abgestanden und schon auf dem Rückzüge begriffen waren. Das Abwärtssteigen selbst war die größte Beschwerde auf unserer Bergfahrt. Denn man fank mit jedem Tritte bis über die Knie in den von der Sonne erweichten Schnee, was durch etwa 2 V2 Stunden fortgesetzt im höchsten Grade ermüdend wurde. Aber auch die Gefahr der Gletscher- klüfte war nun größer und ich brach wirklich zweimal mit einem Fuße bis zum Bauche in eine Kluft ein, konnte aber beidemale in Folge des Widerstandes, welchen der Schnee doch noch immer leistete, mit dem andern Fuße glücklich festen Boden gewinnen. Als ich wieder am Keeskar, dort, wo wir Morgens den Gletscher betraten, anlangte, traf ich daselbst diejenigen an, welche am meisten von der Gletscherluft gelitten hatten. Doch hatte sie bei keinem ernstliche üble Folgen nach sich^.gezoge»^ und mit herzlicher Freude sahen wir nach und nach alle Uebrigen auf der Rückkehr von der Spitze über den Gletscher herabkommen und bei uns auf dem Sammelplätze ein- treffen. Hier vernahm ich, daß die Fahne, welche nnn zur Erinnerung an das Gelingen unseres Zuges in das ständische Museum zu Salz- burg gesandt werden sollte, auf dem Venediger geflattert hatte, und daß der Pflock dort aufgestellt worden war, wo die Spitze noch nicht über- hängt, daher dem Abstürze weniger ausgesetzt ist. Lasier hatte die Thermometenncssung vorgenommen und sie zeigte unterhalb der Spitze, auf einem gegen den Windanfall geschützten Pnnkte, — 3° N., so daß man annehmen kann, daß auf der dem Winde ausgesetzten Spitze selbst — 5° bis — 6° R. waren. Nach einiger Rast traten wir den Rückzug nach der Alpe an. Wir schlugen dazu nicht den nämlichen Weg wie am Morgen ein, sondern folgten jetzt der Leitung desselben Försters Paul Nohregger,
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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Titel
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Autor
Anton von Ruthner
Verlag
Carl Gerold's Sohn
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.8 x 19.2 cm
Seiten
440
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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