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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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48 | Eva Tropper miterzeugen, scheint vielmehr Auskunft zu geben über das gesellschaftliche Ver- hältnis der Sprachen, über komplexe soziale und ökonomische Macht- und Ver- teilungsverhältnisse. LINGUISTIC LANDSCAPES, POSTKARTEN UND HISTORISCHE MEHRSPRACHIGKEITSFORSCHUNG Ein Forschungsansatz, der diesbezüglich eine Reihe von Anregungen liefert, ist derjenige der „Linguistic Landscapes (LL)“.7 Die unter diesem Schlagwort ge- führte Debatte hat sich seit ihrer Formierung, als die gemeinhin ein von Landry und Bourhis verfasster Text von 1997 gilt8, zu einem enorm produktiven und von einer Fülle von Publikationen begleiteten Feld entwickelt, dessen Einfluss weit über die Disziplin der Soziolinguistik hinausreicht und das nachhaltige Impulse zur Beforschung mehrsprachiger Räume setzt. Fokus dieser Debatte ist die visu- elle Repräsentation von Sprache im öffentlichen Raum. Das heißt, dass aus der Fülle von Sprachzeichen diejenigen ausgesucht werden, die materielle, physische Präsenz im öffentlichen Raum haben – und damit als auf besondere Weise gesell- schaftlich prägend angesehen werden können. Landry und Bourhis definierten als die Objektbasis der LL einer Region: „The language of public road signs, advertising billboards, street names, place names, com- mercial shop signs, and public signs on government buildings combines to form the linguis- tic landscape of a given territory, region, or urban agglomeration.“9 Und sie setzen in diesem Text von 1997 einen grundlegenden Schwerpunkt, der die spezifische Häufung und Verteilung der Sprachen auf Straßenschildern, Orts- namen, öffentlichen Gebäuden oder Geschäften mit der Frage nach gesellschaftli- chen Dominanz- und Machtverhältnissen verknüpft. Seit diesem Gründungstext hat sich das Feld der LL-Forschungen erheblich ausdifferenziert, seine Material- basis stark erweitert10 und seine methodologischen Zugänge kritisch reflektiert 7 In der Folge führe ich diese Debatte unter dem in der Literatur geläufigen Kürzel „LL“. 8 Rodrique Landry, Richard Y. Bourhis, „Linguistic Landscape and Ethnolinguistic Vi- tality. An Empirical Study“, Journal of Language and Social Psychology, 16 (1997). 9 Landry/Bourhis, „Linguistic Landscape”, S. 25 10 So sind als Objekte, die Sprachen im öffentlichen Raum sichtbar machen, etwa auch bereits Graffitis oder Aufdrucke auf T-Shirts untersucht worden. Backhaus definiert als Gegenstand der LL „ any piece of written text within a spatially definable frame”, vgl.
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Titel
Bildspuren – Sprachspuren
Untertitel
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Autoren
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Herausgeber
Eva Tropper
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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