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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Seite - 167 -
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167 EVElyn thErEsia kuBina Für Recht und Ordnung Fleuronnée-Initialen in Handschriften und Urkunden des vierten Viertels des 13. Jahrhunderts in Wien und Niederösterreich Im Laufe des 13. Jahrhunderts vollziehen sich einige weitreichende Änderungen innerhalb der gotischen Buchkultur. Ein wesentlicher Aspekt betrifft das ver- mehrte Aufkommen von Fleuronnée-Initialen, die nunmehr zu dem am häu- figsten eingesetzten Ausstattungselement einer Handschrift avancieren und dem Leser die strukturelle Ordnung eines Textes vor Augen führen.1 Gleichzeitig er- reicht diese mit der Feder gezeichnete, überwiegend ornamentale Schmuckform in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein so hohes künstlerisches Niveau, dass sich mithilfe stilistischer Analysen profunde Aussagen zu Herstellungszeit und -ort eines Buches treffen lassen. Neben der dichten Überlieferung der Fl- euronnée-Initialen in den erhaltenen Handschriften spielen in dieser Hinsicht auch illuminierte Urkunden eine entscheidende Rolle. Sie wurden zwar weitaus seltener mit Fleuronnée-Initialen verziert, enthalten im Gegensatz zur Mehrheit der im 13. Jahrhundert entstandenen Handschriften aber fast immer Angaben zu Zeit und Ort ihrer Entstehung, was sie zu einem wertvollen Hilfsmittel für Kunsthistoriker werden lässt.2 Im Folgenden soll ein in Wien und dem heutigen Niederösterreich zu veror- tendes Fallbeispiel demonstrieren, wie stilistische Verbindungen zwischen Fleu- ronnée-Initialen in Handschriften und Urkunden zur Datierung und Lokalisie- rung von Büchern beitragen können. Darüber hinaus ermöglicht die Werkgruppe neue Erkenntnisse über die Entwicklung und Verbreitung von Fleuronnée-Stilen, 1 Christine Jakobi-Mirwald: Initiale, Randdekor, Miniatur: Die Ausstattungsorte in der gotischen Buchkunst. In: Gotik, hg. von Christine Beier, Graz 2016 (Geschichte der Buchkultur 5/1), S. 235–252, hier S. 244 f. 2 Diese Chance erkannte bereits Louis Douët d’Arcq in seinem 1847 verfassten Aufsatz über illuminierte Urkunden. Siehe Louis Douët d’Arcq: Chartes à vignettes. Représen- tation de Charles V. In: Revue archéologique (1847/1848), S. 749–756. – Auch das vom FWF geförderte interdisziplinäre Projekt „Illuminierte Urkunden als Gesamtkunstwerk. Bildmedien in Rechtsdokumenten im Europäischen Mittelalter“ widmete sich der Er- forschung mittelalterlicher illuminierter Urkunden in Mitteleuropa. Vorrangig behan- delt wurden Rechtsdokumente, die gemalten oder figürlichen Buchschmuck enthalten. Siehe auch Gabriele Bartz: Illuminierte Urkunden − ein mittelalterliches Fabeltier oder eine Chance für die Forschung (Vortrag zum 30. Buchkunsttag Simbach). Wien 2014, S. 6 ff., 11 ff., 36; Martin Roland / Andreas Zajic: Illuminierte Urkunden des Mittelal- ters in Mitteleuropa. In: Archiv für Diplomatik 59 (2013), S. 241–432; Andreas Zajic: Illuminierte Urkunden − Der schöne Schein von Rechtstexten. In: insights. Archive und Menschen im digitalen Zeitalter (2015/1), S. 16–17, hier S. 17. – Sämtliche der im Folgenden besprochenen Urkunden sind im virtuellen Urkundenarchiv der Plattform Monasterium.net online abrufbar.
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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