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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Seite - 176 -
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176 EVElyn thErEsia kuBina wiesen.41 Bei dem hier vorgestellten Fallbeispiel scheinen allerdings – ähnlich wie bei den Urkunden aus St. Niklas − die Stadt Wien und dort die Höfe der Zis- terzienser eine vermittelnde Rolle einzunehmen. Darauf deutet etwa das zuletzt genannte Schriftstück hin, das am 3. November 1283 in Wien in domo fratrum de Zwetil, also im Zwettler Hof, ausgestellt wurde, um eine Streitsache zwischen Abt Ebro sowie dem Konvent von Zwettl und dem Wiener Bürger Albero Longus zu schlichten (Zwettl, Stiftsarchiv, Urk. 1283 XI 03)42. Der in der Urkunde erwähn- te Stadthof des Klosters in Wien lag bis 1304 direkt hinter der Hauptpfarrkirche St. Stephan,43 also in unmittelbarer Nähe zum Heiligenkreuzer Hof und dem Stadt- haus des Zisterzienserinnenklosters St. Niklas in der Singerstraße.44 Diese räumli- chen Gegebenheiten im ohnehin engen Stadtgebiet scheinen die Kommunikation zwischen den einzelnen Gründungen wesentlich begünstigt zu haben.45 Schließlich stellte bereits Christina Lutter fest, dass die Stadthöfe der zisterziensischen Klöster in Wien wie Nahtstellen funktionierten, die „Personen und Gruppen in Stadt und Umland, im Umfeld des Landesfürsten und in den geistlichen Gemeinschaften miteinander verbanden“.46 So traten beispielsweise Mitglieder der bereits erwähn- ten Familie der Paltrame, die enge Beziehungen zum Stift Heiligenkreuz und dem Zisterzienserinnenkloster St. Niklas unterhielten, auch in Zwettler Urkunden von 1271 als Zeugen auf und waren an Besitztransaktionen des Stifts in Wien beteiligt.47 Ebenso wie sich die Nachbarschaft der genannten Zisterzen zueinander an den 41 Siehe dazu zum Beispiel Joachim Rössl: Zwettl – Heiligenkreuz. In: Die Kuenringer. Das Werden des Landes Niederösterreich. Katalog des Niederösterreichischen Landes- museums NF 110. Wien 1981, S. 241–243, und Andreas Fingernagel: Über die Verbin- dungen einiger Heiligenkreuzer und Zwettler Handschriften des 12. Jahrhunderts. In: Kamptal-Studien 5 (1985), S. 1–20. − Aktuell forschen Alois Haidinger und Franz Lack- ner zu den Beziehungen zwischen Heiligenkreuz und Zwettl. Siehe ihren „Projektbe- richt – Beziehungen zwischen den Skriptorien der Stifte Heiligenkreuz und Zwettl bis Anfang 13. Jh.“ auf der Website www.scriptoria.at. 42 Die Streitsache entschieden Bernhard von Prambach, Archidiakon diesseits der Do- nau und Pfarrer von Wien, und Ritter Rimboto, Stadtrichter in Wien. Siehe Winner / Herold, Urkunden (zit. Anm. 15), Nr. 262; Das „Stiftungen-Buch“ (zit. Anm. 38), S. 326 f.; Benedict Hammerl: Regesten aus dem Archive des Cistercienserstiftes Zwettl. In: Regesten aus in- und ausländischen Archiven mit Ausnahme des Archives der Stadt Wien. Bd. 1, Wien 1895 (Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, 1. Abt.), S. 143–180, hier S. 150 f., Nr. 735. – Zum Hintergrund der Rechtssache, der der Eintritt zweier Söhne des Wiener Bürgers in das Kloster Zwettl vorausgegangen war, siehe auch Karl Lechner: Das Stift Zwettl in seinen Beziehungen zur Stadt Wien. In: Festschrift zum 800-Jahrgedächtnis des Todes Bernhards von Clairvaux, hg. von der Österreichischen Cistercienserkongregation vom Heiligsten Herzen Jesu, Wien / München 1953 (Öster- reichische Beiträge zur Geschichte des Cistercienserordens), S. 211–231, hier S. 217. 43 Lutter, Zisterzienser und Zisterzienserinnen in Wien (zit. Anm. 37), S. 156 f. – Zum Zwettler Haus bzw. Hof vgl. zum Beispiel Lechner, Das Stift Zwettl (zit. Anm. 42), S. 215 f. und 219 ff. 44 Vgl. Lutter, Zisterzienser und Zisterzienserinnen in Wien (zit. Anm. 37), S. 169. 45 Herbert Krammer spricht von einem regelrechten „Zisterzienser-Viertel“, das sich im 13. Jahrhundert in Wien innerhalb des Stubenviertels gebildet hatte. Siehe Krammer, Die Zisterzienserinnen von St. Niklas (zit. Anm. 33), S. 30. 46 Lutter, Zisterzienser und Zisterzienserinnen in Wien (zit. Anm. 37), S. 165 f. 47 Lechner, Das Stift Zwettl (zit. Anm. 42), S. 216 f. und 218 f. sowie Lutter, Zisterzienser und Zisterzienserinnen in Wien (zit. Anm. 37), S. 158 und 160.
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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