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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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125 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen heute vom sechsten globalen Massensterben von Tier- und Pflanzenarten (siehe auch Beitrag 4.4). Eine Ursache dafür ist die Landnutzung, die in vielfacher Weise die Biodiversität beeinflusst. Sie entfernt Arten (z.B. durch Rodung eines Waldes oder Einsatz von Pestiziden) und bringt neue in ein Ökosystem ein (z.B. eine Ackerkultur). Die Landnutzung verändert biogeochemische Prozesse, darunter die Nährstoff- und Wasserkreisläufe. Durch Dün- gung werden beispielsweise nährstoffbedürftige Arten gefördert, wodurch jene mit geringerem Nährstoffbedarf benachteiligt werden. Eingriffe in Böden und Vegetation, z.B. durch Pflugbewirtschaftung, Mahd von Gras oder das Entfernen von Landschafts- elementen (z.B. Streuobst) verändern das Nahrungsangebot und die Habitate für die Reproduktion. Große Infrastruktureinrichtungen zerschneiden Lebensräume und kön- nen die Migration von Tieren unterbinden. Über die zahlreichen Verflechtungen der Arten etwa in Nahrungsnetzen können Eingriffe unerwartete Konsequenzen mit sich bringen (siehe Baudron und Giller 2014). Landnutzung kann jedoch auch zur Arten- vielfalt beitragen, weil sie neue Lebensräume schafft. Arten wandern oder passen sich im Zuge der Evolution an die Landnutzung an. Dadurch entstanden über Jahrtausende seminatürliche Lebensräume, etwa die extensiven Wiesen der österreichischen Kultur- landschaft. Sie beherbergen eine Vielzahl an spezialisierten Tier- und Pflanzenarten, die an eine offene Kulturlandschaft gebunden sind. Ohne regelmäßige Mahd würden die Standorte verwalden und die Arten verschwinden. Eine Intensivierung, z.B. durch Düngung und häufigere Mahd, würde die Standorte zwar offenhalten, führt in der Regel aber auch zu geringeren Artenzahlen (vgl. Zechmeister et al. 2003; Beispiele für artenreiche Wiesen finden sich im Biosphärenpark Wienerwald 2019; siehe auch Beitrag 4.4). Mit dem Verlust intakter Ökosysteme durch die Landnutzung können Leistungen ver- loren gehen, von denen die Gesellschaft profitiert. Diese werden mit dem Konzept der Ökosystemleistungen beschrieben. In der Landwirtschaft sind die Bestäubungs- leistung von Insekten und die Kontrolle von Schädlingen durch natürliche Räuber besonders relevant. Ausgewogene Landnutzungsentscheidungen berücksichtigen die Ökosystemleistungen unterschiedlicher Landnutzungssysteme und den gesellschaft- lichen Bedarf. Abschnitt 4.3.4 beschäftigt sich mit Mechanismen, diese ausgewoge- nen Landnutzungsentscheidungen durchzusetzen. 4.3.4 Steuerungsmöglichkeiten der Landnutzung Die Landnutzung resultiert aus individuellen und kollektiven Entscheidungen mit gro- ßen Auswirkungen auf das System Erde. Den Entscheidungsprozessen liegen verschiede- ne biophysikalische und sozioökonomische Faktoren zugrunde. Zu Ersteren zählen u.a.
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Titel
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Autoren
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Verlag
Springer Spektrum
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
288
Schlagwörter
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Kategorien
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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