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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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253 Umweltinformationssysteme & -management 6 Für die Aufgaben (1) und (2) werden üblicherweise Objektmerkmale wie Größe, Ge- stalt oder Form, aber auch Farbgebung und Feinstruktur herangezogen. Hilfreich ist dabei auch ein eventuell vorhandener Schattenwurf. Er erleichtert die Abschätzung von Höhen aus dem Schlagschatten einzeln stehender Objekte wie Bäume. Die Deu- tung von räumlichen Mustern oder Nachbarschaftsbeziehungen (z.B. Siedlungs- muster, Muster landwirtschaftlicher Kulturen) erfordert detaillierte Kenntnisse in der jeweiligen Fachrichtung. Automatisierte Auswerteverfahren zielen hingegen darauf ab, relevante Informationen automatisiert abzuleiten. Bei der digitalen Klassifikation werden den Objekten im Bild anhand ihrer Eigenschaften Kategorien zugeordnet, ähnlich wie bei der Bild- interpretation. Allerdings erfolgt die Zuweisung mithilfe von Algorithmen, die in Softwarepaketen umgesetzt oder selbst programmiert wurden. Neben der Erstellung von Landbedeckungskarten beschäftigt sich die Fernerkundung auch mit der Untersuchung von Veränderungen auf der Erdoberfläche. Durch den Vergleich von Landbedeckungskarten zu verschiedenen Zeitpunkten kann beispiels- weise das Schmelzen von Gletschern oder Eismassen dokumentiert werden (siehe Beispiel Zillertaler Alpen in Abbildung 6.2.7). Fernerkundungsmethoden erlauben es auch, physikalische Parameter und deren Veränderung zu erfassen. So kann der Anstieg von Temperaturen oder die Erwärmung der Meere quantifiziert werden. Die Untersuchung von Zeitreihen, also die Beobachtung einer Größe in regelmäßigen Abständen (z.B. wöchentlich) über mehrere Jahre, erlaubt die Erfassung von Verän- derungen zwischen einzelnen Jahren und auch die Ableitung von langfristigen Trends. Ein Fallbeispiel ist die Beobachtung des Eintrittszeitpunkts des Blattwachstums im Frühjahr. Dies wird in Abbildung 6.2.8 am Beispiel von Österreich dargestellt. Tradi- tionell wird der Beginn des Frühjahrs durch sogenannte Zeigerpflanzen (z.B. Blüte der Hasel) von freiwilligen Beobachterinnen und Beobachtern erfasst (vgl. ZAMG 2013). Solche Beobachtungen sind sehr aufwendig und werden nur an einzelnen Standorten für bestimmte Wildpflanzen oder landwirtschaftliche Kulturpflanzen durchgeführt. Die Fernerkundung gestattet eine flächendeckende Abschätzung solcher Zeitpunkte und veranschaulicht somit die räumliche Verteilung dieser Größen. In Abbildung 6.2.8 wird gezeigt, dass der Eintritt des Blattwachstums sich zwischen 2002 und 2017 tendenziell in Richtung eines früheren Zeitpunkts verschoben hat. Dies ist ein signi- fikanter Hinweis auf den Klimawandel. Der Beitrag der Fernerkundung zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 (SDGs) ist darin zu sehen, dass sie den derzeitigen Zustand und
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Titel
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Autoren
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Verlag
Springer Spektrum
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
288
Schlagwörter
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Kategorien
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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