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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Seite - 173 -
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nach Maßgabe hinreichender Verhältnismäßigkeit können daher, im Sin- ne des Allgemeinwohls, einschränkende Regelungen der Mitgliedstaaten betreffend Unionsbürgerfreiheiten und Diskriminierungsschutz gerecht- fertigt sein. Den verfassungsrechtlich garantierten Grundrechten ist wesenstypisch die Intention eines Ausgleichs zwischen Gemeinschafts- und Individualin- teressen inhärent. Wichtige öffentliche Interessen, wie die Aufrechterhal- tung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit, sind damit grundsätzlich geeignet, soweit tauglich, adäquat und sachlich gerechtfer- tigt, Eingriffe in die in Rede stehenden Grund- und Freiheitsrechte zu rechtfertigen. Aus universitätsrechtlicher Sicht kann der Determinierungsgrad für die einschlägigen ministeriellen Verordnungen, mit Hinblick auf die diesbe- zügliche Regelungssystematik des UG, als materiebezogen ausreichend ge- wertet werden. Betreffend ministerielle Verordnungskompetenzen in Universitätsbelan- gen spricht einiges – auch vor dem Hintergrund spezifischer Allgemeinin- teressen – dafür, die gegenständlichen Durchführungsverordnungen – auch ohne ausdrückliche Ermächtigung im UG – als mit der universitären Autonomie kompatibel zu qualifizieren. Da die Wissenschaftsfreiheit kein absolut garantiertes Grundrecht ist, sind Beschränkungen, soweit sie wesentlich nicht intentional auf die Be- schneidung der Forschungs- und Lehrfreiheit hinzielen, zur Sicherung an- derer verfassungsrechtlich festgeschriebener Rechte grundsätzlich zulässig. Eine Beschränkung bestimmter im Rahmen der Lernfreiheit vorgesehe- ner Studierendenrechte ist im Sinne überwiegender Allgemeininteressen verhältnismäßig leichter begründbar, da diese nicht im Verfassungsrang zugesichert ist. Unter den hier in Betracht gezogenen Aspekten können, bei Bedacht- nahme auf den rechtlichen Rahmen und die gegebene Ausgangssituation, im Ergebnis die in Rede stehenden COVID-19-Maßnahmen als rechtfertig- bar eingestuft werden. Unions-, verfassungs- und universitätsrechtliche Aspekte zu „Corona-Maßnahmen“ 173 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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