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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Seite - 373 -
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lung von kaum jemandem mehr vermisst werden wird. Er fordert auf, an- gesichts dieser Frage erst einmal innezuhalten, sie wirklich an sich heran- zulassen, um die eigenen Anteile an dieser Entwicklung wahrzunehmen, „zur Kenntnis [zu] nehmen, dass ein weiteres Kapitel der Geschichte des Christentums zu Ende geht, und es daher notwendig ist, sich auf das nächste vorzubereiten“: Vielleicht zeigt diese Zeit der leeren Kirchen den Kirchen symbolisch ihre verborgene Leere und eine mögliche Zukunft auf, die eintreten könnte, wenn die Kirchen nicht ernsthaft versuchen, der Welt eine ganz andere Gestalt des Christentums zu präsentieren.13 Insgesamt wird hier die Vorstellung von einer Kirche umrissen, die ange- sichts der komplexen Lebenswirklichkeiten mit allen, die sich in einer Grundhaltung liebender Solidarität verbunden wissen, auf der Suche bleibt nach Gott als innerstem, abgründigen Geheimnis des Daseins. Zeichnen sich in der jetzigen Lage vielleicht auch Konturen dieser „ganz andere[n] Gestalt des Christentums“14, von der Halík spricht, im Bereich rituell-gottesdienstlicher Praxis ab? Gottesdienst in der Pandemie als analog und virtuell geknüpftes Netzwerk – Chancen und Grenzen Noch einmal: Die Kirchen wie alle Religionen befinden sich aktuell noch in vielfältigen Suchbewegungen im Blick auf Umformatierungen ihres ri- tuell-gottesdienstlichen Lebens. Differenzierte Analysen beginnen gerade erst. Mindestens drei Themenkomplexe rücken dabei schon jetzt ins Zen- trum der Aufmerksamkeit, wobei diese Komplexe zu unterscheiden nicht bedeutet, dass sie faktisch völlig zu trennen wären: Erstens sind – zunächst durchaus unter Berücksichtigung jeweiliger Tra- ditionen, institutioneller Vorgaben, Theologien der Religionen usw. – das Verhältnis verschiedener rituell geprägter Vergemeinschaftungsformen so- wie deren Wechselwirkungen mit individuellen spirituellen Praxen stark in Bewegung gekommen und insofern neu zu reflektieren und gegebenen- falls nachzujustieren. Das gilt selbstverständlich auch für das Christentum in seinen unterschiedlichen Ausprägungen. Ein Teilbereich dieses The- menclusters wird markiert durch Fragen danach, wer in welchen rituellen 2. 13 Halik, Christentum. 14 Halik, Christentum. Gottesdienst und rituelles Handeln in der Pandemie-Krise 373 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂĽrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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