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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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42 | Ständestaat und Rotes Wien und Hans Jaksch145 vergeben wurde. Das Bauprojekt wurde gezielt von der konservativen Bundesregierung unterstützt, um im Zentrum des Roten Wien einen symbolischen Kont- rapunkt zum Wohnbauprogramm der sozialdemokratischen Gemeinde setzen zu können.146 Das sachlich gestaltete Gebäude war 1932 nach der geringen Bauzeit von 450 Arbeits- tagen bezugsfertig. Nur das Hochhaus selbst wurde in Stahlrippenbauweise ausgeführt, der Rest in traditioneller Ziegelbauweise. Insgesamt enthielt das Gebäude 225 Wohnungen, wobei die Hälfte davon sogenannte Ledigenwohnungen waren. Die Besonderheit des Gebäudes liegt nach Meder und Eiblmayer in der Ausführung des 15-stöckigen Hoch- hausturmes, der ab dem elften Stockwerk terrassenartig zurückgestuft ist: einserseits, um den Lichteinfall nach der Bauordnung zu gewährleisten, andererseits, um das Hochhaus nur von wenigen Punkten in der Stadt als solches sichtbar zu machen.147 Neben der Errichtung des Wohnhochhauses und anderer Geschossbauten versuchte die konservative Bundesregierung, innerhalb der Wohnbauförderung den Einfamilien- und Mehrfamilienhausbau im Eigentum anzukurbeln.148 Bis 1931 konnten durch die Bundesförderung rund 5.000 Wohnungen gebaut werden. Sie wurde jedoch schon 1932 aufgrund von Ineffizienz und der allgemeinen Wirtschafts- krise, zum Missfallen der Industrie und konservativer Wirtschaftskreise,149 wieder eingestellt. Das Bundesamt für Wohnbauförderung (BWF) wurde unter einem neuen Leiter, Heinrich Zichardt, mit dem Bundes- Wohn- und Siedlungsfonds zusammengelegt.150 Die private Bautätigkeit im Österreich der Zwischenkriegszeit beschränkte sich vor- wiegend auf den Flachbau,151 sowie wenige Luxus- und Zweckbauten. Die Hauptlast des Wohnungsbaus in Wien trugen gemeinnützige Bauvereinigungen und die Gemeinde.152 Von 1926 bis 1934 wurden im Gegensatz zu den rund 64.000 Wohnungen der Gemeinde Wien nur 9.212 Wohnungen durch private Bautätigkeit gebaut.153 bot, die Zusage erhielt. Theiss hatte in seiner Stellung als Präsident der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs ebenfalls an der Novellierung der Bauordnung für Wien 1930 mitgearbeitet, die die Gemeinde auch für die Errichtung eigener Hochhausprojekte ausgestaltete. Er war außerdem im Kuratorium der Wohnbauförderung tätig, vgl.: Iris Meder, Judith Eiblmayr, Haus Hoch – Das Hochhaus Herrengasse und seine berühmten Bewohner, Wien, 2009, S. 35, 60 f. 145 Jaksch war im Ständestaat von 1936 bis 1938 Präsident der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs, vgl.: Ebd., S. 158. 146 Ebd., S. 56. 147 Ebd., S. 65, 68, 88. 148 Friedrich Wiser, Hanns Weeh, Unser Eigenheim – Im Auftrage des Vereins für Wohnbauförderung, Wien, 1930, S. 159 f. 149 Diese forderten 1933 einen erweiterten Abbau des Mieterschutzes. Die Baufähigkeit des Privatkapitals sollte durch eine Neuumverteilung des Steuergeldes wiederbelebt werden. MieterInnen würden in den privaten Bauten nur um 15 % mehr Miete bezahlen, dafür könne das Steuergeld frei zirkulieren und würde nicht vom kommunalen Wohnbau ver- schlungen, vgl.: Otto Phillip, Die Wiederherstellung der privaten Wohnbautätigkeit, Wien, 1933, S. 7, 28 f. 150 Bonczak, Wohnungsfürsorge, 1947, S. 193. 151 Braumann, Stadtplanung, 1986, S. 5. 152 Bonczak, Wohnungsfürsorge, 1947, S. 193. 153 Bauböck, Wohnungspolitik, 1979, S. 152. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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