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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Der Städtebau im schwarzen Wien | 65 bindung der Stadtbahn mit einem U-Bahnnetz an.123 Besonders interessant erscheint die verkehrstechnische Anbindung des Zentralfernbahnhofes an den vorher vorgestellten Flughafenentwurf von Brigitte Kundl, durch einen 260 m langen Fußgängertunnel.124 Der Güterverkehr sollte aufgrund bereits bestehender Infrastruktur auf zwei Großbahnhöfen und einem Nebenbahnhof abgewickelt werden: Stückgut- und Eilzugverkehr am neuen Zentralfernbahnhof, Kohlen- und Wagenladungsverkehr am Nordbahnhof und Sammel- ladungsspediteurverkehr am Nordwestbahnhof.125 Die Ausgestaltung des Bahnhofgebäudes orientierte sich weitgehend an den interna- tionalen Beispielen. Drei nebeneinander angeordnete Haupthallen in Stahlkonstruktion126 sollten den Großteil der insgesamt 46.776 m² verbauten Fläche einnehmen. An der östli- chen Längsseite sowie der nördlichen Stirnseite sollten niedrigere Bauteile in Eisenbeton zur Ausführung kommen, die organisch mit den drei Hallen verbunden waren. Zwei davon dienten den nördlichen, östlichen und südlichen Linien, eine Halle den westlichen Express- durchgangslinien. Die Verbindung zu allen Zügen wurde durch einen einzigen geraden, im ersten Stock liegenden Querperron127 bewerkstelligt, der in seiner Mitte durch eine Stiegen- und Aufzugsgruppe128 mit der Kassenhalle129 im Erdgeschoss verbunden sein sollte.130 Die äußere architektonische Erscheinung sollte durch die konstruktive Durchbildung der drei Gleishallen dominiert werden, die ihren Ausdruck ebenfalls in der Gruppierung der Baumassen fand. Das Gebäude sollte von außen als Bahnhof erkennbar sein.131 2.1.2.2.3 Zentralbahnhof von Johann Aigner Johann Aigner entwarf 1937 auf Anregung von Alfred Keller132 an der Technischen Hochschule Wien ein Projekt für einen Zentralbahnhof, das weitgehend die Wiener Verhältnisse im 123 Ebd., S. 33–35. 124 Ebd., S. 50. 125 Ebd., S. 39–41. 126 Die drei Bogenhallen mit jeweils 60 m Weite sollten eine Länge von 276 m und eine Höhe von 37 m haben, vgl.: Ebd., S. 80 f. 127 Der Querperron sollte mit zwei Dritteln seiner Länge an die Stirnseiten der Gleishallen I und II grenzen, das letzte Drittel sollte unter die im zweiten Stock geplante Halle III reichen, vgl.: Ebd., S. 71. 128 Bestehend aus zwei breiten Steintreppen, einer dazwischenliegenden Rolltreppe und jeweils zwei an den Seiten der Steintreppen angeordneten Aufzügen für jeweils 12 Personen. 129 Die Kassenhalle war als 12 m hohe Eisenbetonrahmenkonstruktion mit einer Fläche von 4.320 m² angedacht. Der Fußboden sollte aus Natursteinen bestehen, die Wände aus lichtem Marmor. Die Belichtung sollte durch an zwei Seiten angeordnete bis an die Decke reichende Stahlrahmenfenster gewährleistet werden. Ein Bankhaus, 36 Kassen, ein Rei- sebüro, ein Rechnungsbüro sollten darin angesiedelt sein. 130 Kuschel, Zentralfernbahnhof, 1934, Dissertation, S. 51–56. 131 Ebd., S. 87. 132 Keller wurde 1930 ordentlicher Professor für Gebäudelehre, Bauwirtschaftslehre und Verkehrshochbau an der Techni- schen Hochschule Wien.
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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