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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 196 HERRSCHAFT UND UNTERTAN Doch auch die Gegenseite rechtfertigte mit der edlen Abstammung das angestammte Thronrecht.AlsdieTruppenderKaisertochterMariaTheresia1742Pragwiedererober- ten,wosicheinJahrzuvorKarlAlbrechtzumKönigausrufenundhuldigenhatte lassen, war es wichtig, die Wiederherstellung der Ordnung entsprechend zu kommunizieren. GekröntkonntederWittelsbachernichtwerden,dadieböhmischenKrönungsinsignien rechtzeitig nach Wien geschafft worden waren. Mit einer prächtigen Krönungszeremo- nie wollte nun die verärgerte Habsburgerin den untreuen Böhmen ihren Herrschafts- anspruch unmissverständlich klarmachen. Dass sie die Wenzelskrone in einem Billett an den Hofkanzler Philipp Joseph Graf Kinsky despektierlich als „ Narrenhäubel“ 50 ti- tuliert, ist unmissverständliches Zeichen ihres Unmuts. Nach außen hin aber sollte das Bild der fürsorglichen Landesmutter transportiert werden, zumal bei den bäuerlichen Unterschichten, die Karl Albrecht mit Zusagen wie der Aufhebung der Leibeigenschaft gegen die österreichische Herrschaft aufwiegeln wollte.51 Um ihnen die alte neue Herr- schaft wieder schmackhaft zu machen, setzte die Propaganda auch hier auf die bereits bekanntenBildervonGratisverköstigungundGeld fürdienotleidendeBevölkerung: 1 LUstibin ich immerzu, ichsagdirsUrberlmeiBue, wasNeuswill idir sagen, wassichhatzugetragen, zuPragmercknuraufbehend, dorthabensdieKönigincrönt. 2 Weil siekommtvonKaysers-Stamm, sogebührt ihrauchdieCron, sieheißtTheresiä, GOttwirdsie seegnenä, daßsie ihreLänderb'schutzt, undall ihrenFeindenbiet trutz. 3 JaBueGnadistmirgschehen, daßidiCrönunghabgsehen, hatmirdasHertzgelacht, wieshabnäMusigmacht, hättensmird'Königingeben, ihättmit ihr tantzt fürmeinLeben. 4 Dashatmiänochsogfreut, GeldhabensgantzHändvoll auskeyt, habnjarechtgräfftundgschlagen, ihabwöllensmehrerhaben, hondencktes thätmirschonnoth, habschonädreyTagkeinBrod. 5 EinWein liessensäabrinnä, undichhabkein fangäkönnä, weil ichkeinKrueghabghabt, hab iumbmeinHüttldapt, undhabmirgfangenädrein, möchtbeyeinMäßlgwest seyn. 6 Jetzt schrey ichhe juhesasä, äGeldhaniundeinWeinä, bin lustiguterDing, soll lebendieKönigin, wünsch ihrdenGöttlichenSeegen, denihr GOttselberwirdgeben. 50 Alfred von Arneth: Maria Theresia's erste Regierungsjahre. Bd.2: 1742– 1744. Wien: Braunmüller 1864, S.246. 51 Vgl.BertoldBretholz:GeschichteBöhmensundMährens.Bd.3:DreißigjährigerKriegundWiederaufbau bis1792.Reichenberg:Sollor1924,S.135.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800