Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 308 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 308 - in Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte

Bild der Seite - 308 -

Bild der Seite - 308 - in Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte

Text der Seite - 308 -

OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 308 LAND- UND STADTLEBEN undweilsallaweil thutaklansGeldabgebn. 10 Weilsallaweil thutaklainsGeldlabgebn, undsokannjaderHerrundderKnechtsogschickt leben. 11 Es isthaltaFreud,hannaGeldhabenaSchneid, unddahabendMusikantenkainSchadennitdabey 12 Z'MariahilfbeymgrünThor,dageht's lästali zu, undsandreyMusikanten,undFiakergnue.101 1,1 außi] hinaus 1,2 au ] hinauf 2,1 eini] hinein Graben] Prachtstraße im 1. Bezirk 3,2 a glei] auch gleich Hiezing]Hietzing, früherDorfbeiWien,heute im13.WienerGemeindebezirk6,1 fürd'Linna]vordieLinie (derLinienwallwareine leichteBefestigungzwischendenVorstädtenundVorortenWiens)8,1Schneid]Mut 12,1 lästali] lästerlich Die anzügliche Anspielung der letzten Strophe deutet schon an, dass die kursierenden Fassungen des Volksgesangs das Genre auch für Themen erweitern konnten, die über das unmittelbar Berufliche hinausgingen. Den Fiaker als ‚ Strizzi` zeigt etwa Freunde, habtanjetzoacht (vgl.Kap.7,S.510). Der invielenLiedernüberzogenzurSchaugetrageneStandesstolz fordertenatürlich auchGegendarstellungenundgezielteSchmähungenheraus.EinsolcherBerufsspottbe- gegnet uns etwa in Neujahrs- und Faschingsliedern häu g, wo Klischeevorstellungen oderzutypischenMerkmalenerhobeneZügeinteilsharmloseren,teilsspitzzüngigeren, stets aber komisch-unterhaltsamen Strophen angeprangert und dem Verlachen preisge- geben werden (vgl. Kap.6). Das folgende Spottlied ist auf ein Handwerk allein gemünzt und nimmt die angebliche Faulheit, Sittenlosigkeit und Unfähigkeit der Zimmerleute aufsKorn: 1 Wanichbetrachtdiezimmerleuth, sobin ichschonvohlgall, ich ndjagarkeinvndterschidt, stingfaul seindsüberal, sökemmändmirzwiedschnekhenfür,mit laudter langsamdaey, eshelffenäenoftzamävier,dätsaeiner leichta laey, 2 oftaeinerRentmitnzalstabum,alswieäwildästier, ermöstdenhalbentag langum, ineinerSaustahl thür, Iwolt janachänunixsagn,wansnachäRechtdätwern, aufd lötzt feiltsumeinBauernschuech,machst lachäoderRern, 3 zumössendaseindsöganzgwänd,da lauffensöganzbhend, wanaeinerbeyderstumthier ständt,würdaeinernidergrent, oftaeiner lostalswieäschwein,manwaeisnöthwasäein felt, dasdenkhimir inmeinenSin,erhat sichübereilt, 101 Drey schöne neue Weltliche Lieder, Das Erste: Das Fiackerlied. Das Zweyte: Ein rechtes Theater ist die Welt. Das Dritte. Gott grüß eng meine Herrn allsammt. Gedruckt in diesem Jahr [um 1792]. Erstmals ediertbeiWolkan,WienerVolksliederaus fünf Jahrhunderten2,Nr.XI,S.27– 29.
zurück zum  Buch Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte"
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800