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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 387 -
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GRENZGÄNGER DER SPRACHEN 387 gröblüber,gröblummer,bisendlikombtdrein; nacher ist er schondein. 5 undwan[m]irdeinweibwill teüf bössein, kanstmachender fozen, inmausfall spörein, gibnacherzufreßnicht,dashunger leidenthuet; wirdwarlibaldguet.112 1,3 hacherl]Hechel4,3 gröbl]krabbelt5,2 fozen] (verächtlich- gurativ für)Frau BleibtnochderitalienischeRauchfangkehrer,derunsu.a.aufeinemderindenWienne- rischen Beleuchtungen beschriebenen illuminierten Sinnbilder begegnet, die aus Anlass derGeburtJosephsII. inWienaufgestelltwurden(vgl.Kap.3,S.177).Es istzugleichein instruktives Beispiel für den Fremdenhass, mit denen Gastarbeiter konfrontiert waren. Die einheimische Wiener Bevölkerung hatte – zumindest in der literarischen Zuspit- zung – kein Verständnis dafür, dass auch Untertanen aus weiter entfernten Teilen der MonarchieandenGeschenkendesHerrscherhausespartizipierenwollten: Der obere Jesuiter-Platz / oder Hof / mit der gewesten Triumph-Pforten der Stadt- und übrigen Beleuchtungen/sonderbardieBühne/worot-undweisserWeinsprunge/auchBrodundBrät- tel ausgeworfen / und die Trompeten und Paucken gehöret wurden; unten eine Menge Leute / deren einige mit Stangen / und Ampern den rinnenden Wein auf engen / einige denen ande- ren die Krüge zerschlugen / wiederum einige voll da lagen: Auf einem anderen Haus darneben schauete ein Rauchfangkehrer bey dem Rauchfang heraus / welcher mit einem Amper auf der StangennachdemWein langte: IckpoverTei kansaufGäßlkänPlatz nden. ProbiraltperCamin/obmikansauf winden. Puofar! jadas iskut /kansperfetmanwolsehen/ Will ickhaltäbräf lusti seyn/edrobenbleibenstehen. Unten schlugen ihm die Leute die Stangen hinweg / und die Buben warfen mit Steinen nach ihme/sagend: DuKätzelmacherpackdichfort. Sonstzeig'nwirdireinanderesOrt/ RinntWein/undwirftmanBrätl aus/ Sog'hörtsalleinzuunsernSchmaus.113 Brättel]SchweinsbratenAmper]Eimerpover]armeralt]halt,ebenauf ]hinaufPuofar](ital.)kannmachen, sinngemäß:esfunktioniertperfetman](franz.parfaitement):perfekt, tadellosä]auche](ital.)undKätzelma- cher]abschätzigeBezeichnungfürItaliener (wohlvonspätlat. cattia:Gatzel,hölzernerSchöpflöffel) Werfen wir noch einmal einen Blick zurück auf das zuerst zitierte, älteste Lied dieser Kategorie. In seinem dritten Teil setzt das Rollen-Ich nach dem Soldatenlied-Inter- mezzo sein Anpreisen der umfangreichen Produktpalette fort, deren einzelne Posten wieGlaspulvergegenZahnwehoderMithridatalsAntidotheutesehr fremdanmuten: 112 Universitäts-undLandesbibliothekTirol,Cod.980,Bl.48v.HiernachderEditionbeiBlümml,Volkslied- Miszellen, S.51. Die Handschrift wurde um 1760 wohl in der Gegend um Ingolstadt und vermutlich in einemKloster– daraufdeutenu.a.die lateinischenLiedtitel– verfasst. 113 WiennerischeBeleuchtungen1741,S.46f.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800