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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 520 KÖRPER UND SINNLICHKEIT heimlich bleiben, wurden moralisch verurteilt und konnten unangenehme Konsequen- zen nach sich ziehen. Dennoch, auch darauf weist die Vielzahl an dialektalen Liedern zumThemahin,warensiewohlgangundgäbe. Liebeslieder Liebeslieder im engeren Sinne, also romantisch-innige Lieder als unmittelbarer Aus- druck einer seelisch-geistigen und weniger sexuell-körperlichen Beziehung, die sich direkt an den Partner richten und nicht in mehr oder weniger scherzhafter Weise an Dritte, sindinderDialektliteraturdes18. Jahrhunderts selten.MancheBeispielewirken mit ihrenArchaismenundgeziertenBildern,alswärensieerst imLauf jahrzehnte-oder gar jahrhundertelanger Singtradition aus einem standardsprachlichen Original in eine mündlichkeitsnähereFassungübertragenworden.Hierhergehörtetwadasdurchausan- rührende Schozerl du bist mei, das uns nur in einer verderbten, möglicherweise auch nicht imbairisch-österreichischenRaumgedrucktenVersioneinerLieder ugschrift er- halten ist, weshalb hier auch etliche sprachliche Ungereimtheiten den Gesamteindruck trüben. 1 Schozerldubistmei ibinauchganzdei, ikaufdirhalt einSchnirnbald, wannidirnitbinzualt, thumirredli sogn, obdumiwillsthobn fein, recht imögt, wannidirnitbinsschlecht. 2 DannihabeinWundenempfunden, dieseynvondeinerHand, duhastdeinLiebsbogenzogen, tapferoufmigespannt, ibinverwund,machmichgesund, mußrennawiaBudelhund, iwilldir stetsnarenna, alswiederHahnderHenna, vonfern,verehrn, ihabdiehalt sogern. 3 Schozerl reichmirdieHand, derHeurathhataBstand, hundertGuldenundaKuha undastattlisGwanddazua laß idirhaltmacha, dawirdHöpin lacha, feinschöndort steh, mitmirzumPfarrergeh 4 ThumirsPratscherl recka, strecka, gleichaRingerldro, wir sollnunszama icka, stricka, i loßdinimmeroh, dubistmeiWeibundideiMo, ibleibdir treu,esbleibdabey, ichwilldirhaltnarenna, alswiederHahnderHenna, vonfern, ihabdihalt sogern.91 1,3 Schnirn] wohl für Geschnür: Halsschmuck einer bürgerlich gekleideten Dame 3,6 Höpin] Kröte, auch grobesKosewort füreineFrau4,1 Pratscherl]Pratzerl,d.h.Hand. tionierung unehelicher Sexualität in rechtlicher wie in moralischer Hinsicht, und zwar insbesondere dort, wo durchdie Agrarrevolutionund dendadurch bedingtenArbeitskräftemangel in derLandwirtschaft das Gesinde eine gestärkte (ökonomische) Position erlangen konnte. Beides zusammen darf wohl als Grund fürdiehohenIllegitimitätsratenum1850herangezogenwerden(vgl. ebda.,S.182ff.). 91 Neun schöne weltliche Lieder. Das Erste. Ich bin a so a Kerl und geh a so rahr etc. Das Andere: In dem WinterVögel fangenetc.DasDritte:Binigesternspotausiganga,etc.DasVierte:Sagmir,oSchönste,was
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800