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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 545 -
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EHEDRAMEN 545 1 grannä] murren, seine Ungeduld zu erkennen geben 2 anzahnä] die Zähne zeigen, etschen 6 d'Feign] beleidigende,obszöneGeste (DaumenzwischenZeige-undMittel nger) Im zweiten Teil des von Georg Pasterwiz vertonten Zwischenspiels nden wir Hänsl in einenKä geingesperrt,ansonstenistnichtsVogelhaftesanihm.Verzweifelt ehterRie- pel an, ihn aus seinem Gefängnis zu befreien, doch dieser hält es für eine gerechte und lehrreicheStrafe;überdies lässt sichkeineTür nden. In Kremsmünster wurde auch Michael Haydns beliebtes Zweipersonenstück Der Bassgeiger von Wörgl (um 1775) nachweislich aufgeführt, dessen Text möglicherweise aus der Feder des dortigen, aus Tirol gebürtigen Kapitularen P. Leo Peternader (1734– 1808) stammt und einen Ehestreit mit witzigen dramatischen Wendungen behandelt. Die schlichte Handlung ist schwankhaft: Da Liesl ihrem betrunkenen Mann Bärtl den ZutrittzumHausverweigert, täuschtdieservor, sichimnahenBachersäufenzuwollen. Während Liesl verzweifelt nach ihm sucht, schleicht er hinterrücks ins Haus, um nun selbst seinePartnerinauszusperren: Bärtl. Hä!hä!waswillst? Ibinonitdäsoffn Hastgmoät, i seyschohi.Oägloägl BringdäsWeib,dageitsnoäNoägl Liesl. Gottlob!Gottlob!weilnududabist! Hangmoätduseystdäsoffn. IbinwoäswieweitnachnBachgloffn. Trinckzuewasd'magstundlaßmiein Bärtl. Mä!wie thuestdenniezt so fein! Zigeinerinn,hästdumiz'ersteinglassn? Probiersnur iezt,wieguets isaufdäGassn. Liesl. VälangvomirdöAlläbestenSpeisn Bärtl. FoppanreduloßZankeisen Liesl. Es is jakalt: imußdafrirn Bärtl. Tränkdimeintwegn,wennd' sonitwillstkrepiern Liesl. Wärdennnit rechtSchadummi? Bärtl. DuBärr,washaltstnitnoaufdi? JetzthaniäkoäGhör,wiedu,zuoänäBitt. Scherrdinufort, ibrauchdinit.143 2 Gmoät] gemeint Oägl] Spottwort, -reim 3 Bring däs] Trinkspruch (‚ auf dein Wohl`) geits] gibt es ä Noägl] einenRest6 woäs]weiß17 koä]kein MiteinemvirtuosenBitt-undSpott-DuettklingtdieserEhestreitungelöstaus. DasMotivdesausgesperrtenEhepartnerswar imOrdenstheateroffenbareinbelieb- tes, denn es begegnet uns auch in einem anonym überlieferten Griseldis-Spiel aus den Beständen des Benediktinerstifts Marienberg in Südtirol.144 Laut Titelblatt „ zu Meran 143 MusikarchivStiftKremsmünster,G28/56,Partitur, f.7v– 8r.Vgl.dazudiegedruckteFassung(mitmoder- nisiertem Text) Johann Michael Haydn: Der Bassgeiger zu Wörgl – ein Lustspiel in der Musik von einem Aufzuge.Hg.vonWernerRainer.Partitur.Wien:Doblinger1995. 144 Vgl. Toni Bernhart: Griseldis (1713). Ein Neufund aus dem Stiftsarchiv Marienberg und die Geschichte desSchultheatersamBenediktinergymnasiumMeran.In:Nestroyana37(2017),H.3/4,S.175– 187.Bern- hart inszeniertedasStückgemeinsammit JaninaJanke2016 imNeubauderAbteiMarienberg.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800