Seite - 178 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Bild der Seite - 178 -

Bild der Seite - 178 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Text der Seite - 178 -

— 173 — ein Felsentunnel, das sogenannte Türkenloch, geleitet werden muss. Die malerische Ruine, welche im Bergfried noch das Masswerk eines gothischen Fensters zeigt, ragt als drohende Thalsperre am Ende eines isolirt aus dem Thale aufragenden Felsenrückens über die Waldwipfel hervor, während das am nördlichen Ende des Felsenrückens gestandene Schloss gänzlich in Trümmer gesunken ist. Erbaut wurden die Sturmberger Schlösser von dem gleich-namigen Rittergeschleclite, welches mit Otto Sturmberger 1302 ur-kundlich zuerst erwähnt wird. Von den Sturmberg kamen die Burgen an die Ratmannsdorf, welche sie 1G0 Jahre in Besitz hatten. Später kam die Herrschaft an die Herberstein, Wurmbrand und Webers-berg. Nach dem Tode des letzten Webersberg, 1760, kaufte sie Johann Graf Kbevenhüller-Metsch, 1761, und damit war das Schicksal der alten Burgveste besiegelt, da der neue Besitzer nichts eiligeres zu tliun hatte, als die Burg um 30 fl. zur Herausbrechung der ein-gemauerten Eisentheile an den Klingenschmied Mosdorfer zu über-lassen. Gegenwärtig im Besitze der Freiherrn von Gudenus. Fünf Minuten hinter Sturmberg Gasthaus Hinterbrühl, daneben starke Quelle. Von hier immer längs des rauschenden Weizbaches in 30 Minuten zum Gasthause „zum Felsenkeller", wo man auch die Schlüsseln zur Clementgrotte erhält. Von hier beginnt nun die durch ihre wilden Felsen- scenerien in Steiermark unerreicht dastehende Weiz- klamm. Beiderseits thürmen sich gewaltige Felsenmassen in eigentümlich schichtenförmigem Aufbau über 200 Meter hoch auf und umspannen eng die schmale Strasse und den schäumen- den Weizbach (siehe Seite 179), die, dicht aneiuandergedrängt, sich mühsam durch die schmale Felsenspalte zwischen dem Sattelberg und dem Patscha fortwinden. Gewaltige entwurzelte Baumstämme, mächtige chaotisch übereinander geworfene Fels- blöcke und Spalten und Löcher in den zerklüfteten Fels- wänden erhöhen noch vielfach die wilde Romantik dieser Scenerien. Circa 15 Minuten vom Felsenkeller links bezeichnet eine Wegtafel den Aufstieg zur interessanten Clementgrotte, die man auf gut erhaltenen Zickzackwegen in 15 Minuten erreicht. Die erst vor wenigen Jahren durch einen Hirten- knaben entdeckte, seither gut zugänglich gemachte Grotte zeigt
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918