Seite - 204 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 204 — Prinz Eugens Veranlassung und Auftrag des Kaisers stand Wurm-.brand in beständigem Briefwechsel mit dem grossen Leibniz über zwei höchst wichtige Gegenstände, nämlich über eine kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu Wien und über eine Vereinigung der Katholiken und Protestanten. 1741 führte Wurmbrand bei der Kaiserwahl die böhmische Churfürstenstimme. Er verfocht auch die Rechte der bedrängten Kaiserin Maria Theresia, lehnte jedoch die ihm 1745 angetragene Fürstenwürde mit ehrfurchtsvollstem Danke ab und starb 1750. Seinem Sohne Gundaker Thomas, i.-ö. Guber-nialrath, Commandeur des Stephans-Ordens u. s. w., gestorben 1791, setzte die Grazer Bürgerschaft am Steinfelder Friedhofe ein ehrendes Denkmal. Rudolf Graf von Wurmbrand war vermählt mit Maria Katharina Gräfin von Trautmannsdorf, er erbaute um 1730 das Schloss Schieleiten. Casimir Heinrich Graf von Wurmbrand war Feld-zeugmeister und Inhaber eines Infanterie-Regimentes, und zeichnete sich insbesonders bei der Verteidigung der Stadt Ath 1745 aus. Ein Graf von Wurmbrand war Major und blieb 1757 in der Schlacht bei Planian. Graf Franz Josef v. Wurmbrand-Stuppach, ge-boren 1753, Oberst-Erbland-Küchenmeister u. s. w., besass die Herr-schaften Raitenau, Ober-Radkersburg und Rothenthurm, war auch erster Gubernialrath, geh. Rath, Landeshauptmann und l.-f. Com-missär in Kärnten und Krain, und designirter Gouverneur von West-galizien; starb 1801. Sein Sohn Franz Karl Graf von Wurmbrand-Stuppach wurde als thätiger rationeller Gutsbesitzer eine Zierde der steierm. Landwirtschaft^ - Gesellschaft. Zwei andere Wurmbrand, Graf Ehrenreich und Graf Anton, leisteten ebenfalls Kriegs-dienste; ersterer blieb als Obristlieutenant 1813 in der Schlacht von Hochheim, letzterer verlor in der Schlacht bei Leipzig den rechten Fuss. Graf Gundaker Heinrich v. Wurmbrand-Stuppach, k. k. Ober-Ceremonienmeister und Obersthofmeister der Kaiserin (Gemahlin Kaiser Franz' I.) erhielt 1810 das Grosskreuz des Leopold-Ordens, Ferdinand Graf Wurmbrand-Stuppach war Obersthofmeister Erz-herzogs Franz Karl, Vater Sr. Majestät Kaiser Franz Josefs. Sein Sohn Excellenz Erlaucht Graf Gundaker Wurmbraud, ein eifriger Förderer von Kunst und Wissen, sowie aller humanitären Institutionen des Landes, Autorität auf dem Gebiete der Pfahlbautenerforschung, wurde mit kaiserl. Entschliessung zum Landeshauptmanne der Steier-mark ernannt. Vom Schlosse führt der Weg zwischen den grossen, das- selbe umgebenden fünf Teichen (der grösste misst 11 Joch 243 •Klafter), hindurch, zu dem prächtigen schattigen Buchen- haine, der sich eine Stunde lang über sanfte Hügelwellen hinzieht. — Fieberbründl siehe Seife 145. 6. Nach Pöllau und Herberstein. Siehe 205 u. 207.
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918