Seite - 339 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 339 — die Eigentümer, ohne aber in Gang zu kommen, bis es endlich im Jahre 1831 in das Eigenthum des Wiener k. k. priv. Grosshändlers Herrn Georg Borckenstein überging. — Dieser unternehmende Besitzer begann zuerst mit der Herstellung und Vergrösserung der Ge-bäude, entfernte die vorhandenen unbrauchbarenMaschinen und schaffte neue Maschinen an ; — es kam die Fabrik im Jahre 1835 mit 3080 Feinspindeln in regelmässigen Betrieb, und wurde von da an succes-sive vergrössert und vervollkommt. — Im Jahre 1853 trat der Sohn Herr Karl Borckenstein als öffentlicher Gesellschafter in die Firma ein, welche von da an bis heute „G. Borckenstein <ft Sohn" lautet. — Nach dem Ableben des Herrn Georg Borckenstein, 1863, war Herr Karl Borckenstein alleiniger Besitzer mit Beibehaltung der Firma, und auch gegenwärtig, nach dem Ableben des Herrn Karl Borckenstein, 4. Februar 1887, wird von dessen Erben, den Söhnen Herren Georg und Eduard Borckenstein die Firma „G. Borckenstein & Sohn" unverändert beibehalten. — Unter der Firma G. Borcken-stein & Sohn wurde die Fabrik fortwährend vergrössert und Be-triebs-Verbesserungen eingeführt; es ist dieselbe heute mit Maschinen neuester Construction eingerichtet, welche bestehen aus: Motoren: 1 Turbine, System Girard, von 88 Pferdekräften, 1 horizontale Com-pound-Dampfmaschine von 140 Pferdekräften, 4 Flammrohr-Cornwall-Kesseln, Baumwoll-Spinnerei-Maschinen (meist aus England), 7 Putze-rei-Maschinen. Carderie- und Vorspinn-Maschinen: 53 Car-den, 4 Schleifmaschinen, 4 Streckwerke, 25 Vorspinnmaschinen mit 2092 Spindeln. Feinspinn-Maschinen : 14 Seifactoren mit 7752 Feiu-spindeln, 53 Garnhaspeln, 5 Garnpressen. Weiters gehört zu dem Etablissement eine mechanische und eine Tischler-Werkstätte, eine chemische Dampf-Weissbleiche etc. — Die Jahreserzeugung der Burgauer Spinnfabrik beträgt circa 240.000 Bündeln Garn ä 5 Pfd. englisch, in den Nummern 3—20, oder circa 540.000 Kilo Netto. An Rohstoff werden jährlich versponnen circa 670.000 Kilo Baum-wolle, die direct bezogen wird, theils aus Ostindien, von den Stapel-plätzen Bombay und Calcutta, theils von Amerika. Arbeiterzahl 190—200 beiderlei Geschlechtes. Burgau hat, wie erwähnt, eine anmuthige Lage im Lafnitzthal. Jenseits der Lafnitz in Ungarn zieht sich längs der Grenze eine productive Hügelkette hin, mit zahlreichen, vereinzelt stehenden Wohnhäusern, wodurch die Gegend ein sehr freundliches Bild erhält. Von Burgau aus sind schöne Spaziergänge zu machen, namentlich in die nahen Waldungen, mit mehreren grossen Teichen. In der Nähe des Försterhauses im Waldesdunkel be- findet sich das sogenannte Galgenkreuz, von Stein und Ziegeln gebaut, mit einer schönen Marien-Statue; — es war 2 *
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918