Seite - 351 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 351 — Gemahlin Josefa Aloisia, von welcher sich dieselbe laut Testament vom 17. März 1729 auf Graf Josef Alois Katzianer vererbte. Bei diesem Geschlechte blieb Kirchberg bis 1821, wo es Johann Fürst Lichtenstein kaufte. Seit dieser Zeit theilte Kirchberg das Schicksal jener vielen steirisehen Schlösser, welche von den Besitzern nicht be-wohnt und daher vernachlässigt werden. So wurden zuerst die Seiten-tracte demolirt, sodann der grosse Jagdsaal in zwei Stockwerke getlieilt, die Ziergärten aufgelassen und alle Einrichtung entfernt und dann das Schloss seiner Vereinsamung überlassen. Bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaft wurden auch hier die ehe-maligen Herrschaften Siegersdorf und Aheim, deren Schlösser schon abgebrochen waren, verwaltet, daher Unterthanen aus 40 Ortschaften hierher dienstbar waren. Heute bildet die Herrschaft Kirchberg a. d. Raab einen Theil des Fürst Lichtenstein'schen Secundogenitur-Fideicommisses mit einem Grundbesitz von 745 Joch, 700 • Klafter (428.627 Ha.) nebst Rentmeisterei, Försterei und Maierhof-Gebäude. Hoffentlich wird bild eine fröhliche Knabenschaar die so lange vereinsamten Räume des Schlosses beleben und, indem es mit seinen Gärten armen "Waisenknaben eine Stätte der Regenerirung ihrer geschwächten Gesundheit bieten wird, wird es eine der edelsten Aufgaben erfüllen. Spaziergänge: Kirchberg, selbst von Wiener Sommergästen frequentirt, ist reich an angenehmen Spaziergängen und Waldpromenaden und eignet sich zur Sommerfrische. 1. Nordwestlich von Kirchberg liegt der schöne Langen- wald, in 10 Minuten erreichbar. Durchschreitet man denselben in der angegebenen Richtung, so gelangt man nach Raders- dorf. Ein hübscher Waldweg führt von hier aus nach San et Marein am Pickelbach, jedes Kind im Dorfe ertheilt die gewünschte Auskunft. 2. Von Kirchberg über die sogenannte Kirchleiten hinunter nach Studenzen, rechts abbiegen über die bewaldete Anhöhe nach Graberberg zum Gupfwirth. Der Gupfwirth liegt an der Grenze dreier Bezirkshauptmannschaften, auf einem Hügel, von welchem aus man eine schöne Fernsicht geniesst. 3. Von Kirchberg in südöstlicher Richtung nach Rot- berg zum Gsölls. Sehr lohnender Ausflug, in % Stunde er- reichbar, hübsche Wald- und Wiesenwege, gute Bewirthung
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918