Seite - 385 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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385 vier Jahre dauerte. Wohl deuten die zwei Blumensträusse, mit welcher der Maler das Porträt der Paltauf zierte, auf ihre Blumenliebe, aber die Sage, sie wäre in folge ihrer Kunst, im Winter Blumen zum Blühen zu bringen, als Hexe verbrannt worden, ist ohne jede historische Grundlage, dagegen geht aus den im Schlosse Hainfeld vorhandenen Verhörsprotokollen zweifellos hervor, dass die Paltauf, wie alle übrigen damals in Feldbach verbrannten Hexen, nur in Folge. Theilnahme an den vom Pfarrer in Hatzendorf, Agricola, arran-girten nächtlichen übersinnlichen Hexengesellschaften, angeklagt und hingerichtet wurde. (Siehe Feldbach.) Die Sibyllenbilder zeigen nach-stehende Inschriften: 1. Sibilla eumana. D. Stirpe juden. 2. Sibilla persica. Fit salus in gremio virginis. 3. Sibilla elespontica. D. Virgine hebrea. 4. Sibilla aegyptica. D. Mater deus. 5. Sibilla erytraea. Jaeebitur in Foeno. 6. Sibilla samia. Waseetur D. paupercula. 7. Sibilla phrygia. Anonciabit virgo. 8. Si- billa cumea. Jam redit virgo. Q. Sibilla lybica. Tenebit in gremio virginis. 10. Sibilla tirburtina. Obelix illa mater. 11. Sibilla delphiea. Sine maris evitu. 12. Sibilla europea. Egreditur D. Vtero virginis. Von diesem kleinen Zimmer öffnet sich eine wahrhaft be-zaubernde Aussicht über den ganzen riesigen nördlichen Horizont der Burgveste. Im Jahre 1848 waren diese beiden und noch drei daran anstossende Zimmer von einer aus 13 Artilleristen, 45 un-berittenen Kürassieren und 32 Jägern und 2 Otficieren bestehenden Besatzung belegt. 3. Das Bilder-Zimmer. Dasselbe hat mehrere Decken-gemälde. I11 der Mitte die Parzen, an den Ecken die vier Jahres-zeiten allegorisch dargestellt, an den Wänden befinden sich mehrere Oelgemälde, wahrscheinlich Copien guter Originale, u. zw. Amazonen-schlaclit mit der Chiffre G. A. E. 1648, der Rauh der Proserpina, badende Nymphen, die Enthauptung Johannes', eine ruhende Diana etc. Die meist beschädigten Bilder sind von geringem Kunstwerth. 4. Das Römerzimmer. Die Wände sowie die einfach ge-täfelte Decke sind mit Gemälden geziert, wovon jedoch nur die Wandgemälde von einigem Kunstwerth sind, während die die Helden-taten aus der römischen Geschichte darstellenden Deckengemälde in Gouaihemanier ziemlich dilettantenhaft gemalt sind. Wand-gemälde: 1. Romulus und Remus, 2. allegorische Figur, Roma, 3. Sa-lomons Vrtheil, 4. Daniel in der Löwengrube, 5. Enthauptung des Königs Cyrus, 6. heil. Magdalena (gutes Bild), 7. der Evangelist Marcus, Diana etc. Deckengemälde: Im Westen: Marcus Curtius stürzt sich in einen Abgrund, ein Rabe setzt sich auf den Helm des mit einem Gallier kämpfenden Valerius (Corbus) und blendet durch seiaen Flügelschlag die Gallier. Im Norden: Mucius Scävola hält seine Hand ins Feuer, nachdem er statt des Porsena dessen Geheirmsclireiber erstochen hat. Horatius Codes verteidigt die Subliclusl rucke über die Tiber. Im Osten: Der dritte Horatier erschlägt 2
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918