Seite - 421 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 421 — Gnas ist der Geburtsort des bekannten Mathematikers Manis (1758—1800). In neuerer Zeit domiciliren hier drei heimische Kunst-handwerker, Naturtalente, die sich selbst bis zu einer relativ be-deutenden Stufe der Kunst herangebildet haben, so der in ganz Steiermark bekannte Grossuhrenmacher (Thurmuhren etc.) Bert-hold, der Kunsttischler Meixner und der Orgelbauer 'Konrad. Gnas hat sich, dank der rastlosen Bemühungen seines wackeren Bürgermeisters, Herrn Richard Haas, in letzter Zeit in jeder Richtung sehr gehoben, so sind die neue Canali- sirung, die Schaffung freundlicher Parkanlagen und Alleen, Trottoirs und Uebergänge, die Förderung des Yereinswesens, die Anlage eines Localmuseums etc. durchwegs Schöpfungen dieses im Dienste des öffentlichen Wohles eifrigst thätigen Bürgermeisters, welcher in Würdigung seines langjährigen, verdienstlichen Wirkens in der Gemeinde, wie in der Bezirks- vertretung, mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet wurde. Gnas kann mit Rücksicht auf seine in jeder Beziehung günstigen Unterkunftsverhältnisse, seinem kräftig pulsirenden Vereinsleben, der bequemen Eisenbahnverbindung und der Fülle hübscher Spaziergänge seiner waldumkränzten Umgebung, besonders „minderbemittelten" Sommerfrischlern wärmstens empfohlen werden. Spaziergänge: Oestlich anfangs durch Obstgelände ansteigend, gelangt man in 15 Minuten zu dem in eine prächtige Naturparkanlage umgewandelten Kalvarienberg, welcher 1609 von einem Bürger Namens Ernst nach einem Traumbilde angelegt wurde. Dichter Nadelbolzwald umschattet die Kapellen und Ruhebänke, während von der Hochfläche des Berges und von der erst in jüngster Zeit errichteten sogenannten „Martha-Ruhe" sich ein herzerfreuender Rundblick auf die umliegenden Thäler erschliesst. Noch etwas höher liegt ein Weingarthaus mit Aussichtsthurm, von wo sich nacli Westen ein gewaltiger Horizont bis zu den kärntnerischen Grenzgebirgen dem Auge erschliesst, während östlich in fast erschreckbarer Nähe das Schloss Gleichen-berg vor dem Beschauer aufsteigt. Andere nahe Aussichtspunkte sind das „Kaskögerl", der „Hammerberg", der „Ringelschneiderberg", die „Alpen", das „Hötzlegg" (Hirswirtli), der „Hofberg", der „Thienegg-Berg" etc. Freundliche, meist durch schattige Laub- und Nadelholz-wälder führende Spaziergänge bietet die anmuthigeUmgebung, namentlich nach dem 1 '/2 Stunden entfernten Bade Gleichenberg mit den Zwischen-
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918