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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Vom patriotischen Volkslied zur nationalen Kaiserhymne 97 zösischen Revolution sympathisierte und die Bürger von den Fesseln durch Staat und Kirche zu befreien suchte. In diesen geheimen Versammlungen von oppositionellen sogenannten ‚Nichtprivilegierten‘ wurde der Wunsch nach Demokratie und einem raschen Kriegsende offen ausgesprochen und propagiert.3 In dieser Krise der Monarchie, die im Jahr 1794 kulminierte, trat Franz Josef Graf von Saurau (1760–1832) auf den Plan. Er stammte aus einem alten steirischen Adelsgeschlecht, stand in enger Verbindung zur Monarchie und zum Kaiserhaus und befand sich auf dem Weg zu einer vielversprechenden Karriere im Staatsdienst. Erst wenig zuvor war er zum stellvertretenden Polizeipräsidenten der unmittelbar dem Kaiser zugeordneten Polizeihofstelle avanciert, und in dieser Funktion agierte er erbarmungslos. Gleichsam als Demonstration für die Schlagkraft und die Macht des Staatsapparats deckte er die verräterischen Gruppierungen auf und lieferte sie der Gerichtsbarkeit aus. Unter dem Schlagwort der ‚Jakobinerverschwörung‘ fanden öffentliche Schauprozesse statt, in denen unverhältnismäßig harte Gefängnisstrafen verhängt und sogar mehrere Todesurteile ausgesprochen wurden. Graf Saurau, der auch der persönliche Berichterstatter des Kaisers war, galt als die treibende Kraft da- hinter. Als Belohnung für die erfolgreiche Zerschlagung dieser Gruppierungen erhielt er zusätzlich das Amt des Regierungspräsidenten von Niederösterreich.4 In der Frage, ob der Krieg gegen Frankreich tatsächlich weitergeführt werden sollte, war man sich auch innerhalb der Regierung nicht einig. Staatsminister Zin- zendorf riet zum Frieden, Außenminister Baron Thugut hingegen vertrat die gegen- teilige Position. Trotz der andauernden Unzufriedenheit im Volk entschloss man sich schließlich für die Fortführung der Kampfhandlungen. Thugut war bewusst, dass er konkrete Propagandamaßnahmen ergreifen musste, um in der Bevölkerung die Kriegsbegeisterung erneut anzufachen. In einem vertraulichen Brief an den Kabi- nettsminister Graf Colloredo vom 24. Juli 1796 sprach er seine Bedenken und Pläne offen aus: „Ich fürchte Wien allerdings mehr als die ganze Macht unseres Feindes; von dort droht der Untergang. Ich habe vor, morgen darüber mit dem Grafen Sau- rau zu sprechen, denn es ist ja vor Allem die Pflicht der Polizei, die Mittel zur Leitung der öffentlichen Meinung an Hand zu lassen.“5 Saurau nahm sich der Sache engagiert an. Es erging ein dringender Appell an den Erzbischof, von der Kanzel aus für den Krieg zu sprechen und die Bevölkerung auf die „Gefahren des Friedens“ aufmerksam zu machen.6 Und es war derselbe Saurau, der kurz danach die Initiative für die Gestaltung einer Hymne für den Kaiser ergriff. Diese Musik sollte seinen eigenen Worten zufolge „die treue Anhänglichkeit des Vol-
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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