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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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142 Sektion I: Themen und Medien der Repräsentation den siegreichen Römern. Fux verwendet hier oft kontrapunktische Sätze, und zwar in den instrumentalen Ritornelli zu einigen Solo-Arien und in einigen Chorpartien. Am Tag der Aufführung von Costanza e Fortezza wurde öffentlich erklärt, was schon einige Wochen ein offenes Geheimnis war: Das Kaiserpaar war guter Hoff- nung. Es sah daher so aus, als ob die Botschaft dieser festa teatrale schon am Tag der Uraufführung nicht mehr aktuell sein könnte. In den Gratulationen zur Krönung, die der Kaiser aus verschiedenen europäischen Staaten sowie aus den Länder der Monarchie erhielt, wurde auch die Hoffnung auf die Geburt eines Erbfolgers ausge- drückt. Während der Krönungsfestlichkeiten trank man zum Wohl des ‚Hansel im Keller‘, wie das erwartete kaiserliche Kind öffentlich genannt wurde. Jedenfalls ver- änderte dieses Ereignis ganz unerwartet den Inhalt der im Herbst 1723 begangenen höfischen Festlichkeiten und spiegelte sich in den für die Kaiserin Elisabeth Christine entstandenen Huldigungswerken. Statt der bisherigen defensiven Verteidigung der Pragmatischen Sanktion trat die Hoffnung auf einen männlichen Erbfolger in den Vordergrund. Dieser würde das Erzhaus Habsburg zu neuen Siegen und Triumphen führen, besonders sollte er aber den künftigen Frieden und das allgemeine Wohl gewährleisten. Als erstes wurde am 29. August die ebenfalls der Kaiserin zum Geburtstag ge- widmete Kammer-Serenata Il Giorno felice des Hofdichters Pietro Pariati und des Hofkomponisten Giuseppe Porsile aufgeführt. An dieser in der Prager Burg wahr- scheinlich nur in engem Kreis von kaiserlicher Familie und Höflingen begangenen Aufführung nahmen nur adelige Musiker teil.10 Die Serenata besteht aus einer einlei- tenden instrumentalen Sinfonia, sechs Solo-Arien und zwei Terzetten der drei han- delnden Figuren Aurora (Morgenstern), Sole (Sonne) und Tempo (Zeit). Im ersten, tänzerischen Terzett preisen alle den glücklichen Tag von Elisabeth Christines Geburt. Dann beginnen sie jedoch sich zu streiten, und zwar, wer von ihnen den größeren Verdienst an der Geburt der Kaiserin habe. Aurora stellt in ihrer mit Flöten, Violinen und Lauten begleiteten Solo-Arie fest, dass sie den glücklichen Tag von Elisas Geburt eröffnet hat. Sole hat den ganzen Tag mit seinen Strahlen erhellt, Tempo hatte wiede- rum unter allen Tagen den erhabensten, vom hellsten Sternenlicht erleuchteten Tag gewählt. Da sie sich nicht einigen können, erkennen sie den höchsten Verdienst dem Schicksal (Fato) zu. Im letzten Rezitativ weist Aurora auf einen anderen, sehnlich erwarteten Tag der Geburt einer neuen österreichischen Sonne aus der Kaiserin als dem Morgenstern hin. Sole und Tempo schließen sich dieser Lobpreisung mit einem Wunsch an und alle Figuren singen in einem Schlussterzett: „Venga quel dì felice che con ridente ciglio del grande Augusto figlio anche il natal si adori“ („Komme der glückliche Tag, in dem man mit Freude die Geburt des vornehmsten Sohnes preisen wird“). Die für diese Serenata charakteristischen Musikinstrumente sind Flöten und
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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