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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Sektion II: Herrscher, Staat, Nation Richard Kurdiovsky/Stefan Schmidl Kategorien der Untersuchung von Repräsentation von Souveränität Die psychische Emergenz von Souveränität ist bedingt durch ihre Repräsentation. Erst die Vermittlung, die diese Repräsentation gewährleistet, verankert und konso- lidiert die Vorstellung einer herrschaftlichen/staatlichen Ordnung im Bewusstsein (sowohl der souveränen Person als auch jener Personen, die ihr untergeordnet sind). Dadurch ermöglicht diese Vermittlung, dass der imaginäre Charakter der Souveräni- tät materielle Folgen zeitigt. Repräsentation ist daher mehr als eine bloße Formgele- genheit und eine rudimentäre Ästhetisierung von Politik. In der analytischen Auseinandersetzung mit entsprechenden historischen Arte fakten bzw. der Rekonstruktion von repräsentativen Prozessen gilt es grundsätzlich zu unter- scheiden, ob es sich hierbei, die Klassifizierung von Philip Manow aufgreifend und abwandelnd, um ‚heiße‘ oder ‚kalte‘ Repräsentation gehandelt hat, also entweder eine Konstellation, in der der Herrscher seinem ‚Volk‘ physisch gegenübertritt, oder eine Situation, in der ein abwesender Souverän innerhalb einer gouvernementalen Situation vertreten wird.1 Manows Schema ging allerdings von einem politikwissenschaftlichen Verständnis von Repräsentation aus und klassifizierte nicht die artifizielle Präsenz in- dividualisierter Macht. Doch auch die Vertretung durch künstlerische Repräsentation lässt sich nach den genannten Gesichtspunkten differenzieren: So kann die Begeg- nung mit dem Bild bzw. der Metapher der Herrschers, bei dem bzw. der es sich um ein eminentes Beispiel politischer Kommunikation handelt, ‚heiß‘ (intensiv-unmittel- bar-ephemer) oder ‚kalt‘ (konsekutiv-ritualisiert-institutionalisiert) geschehen. Differenzierung der Repräsentation Die Unterscheidung dieser Modi ist in der Beschäftigung mit der Kultur der Re- präsentation ebenso zu berücksichtigen wie die Genese und die Entwicklung des eingesetzten Formelrepertoires (beispielhaft hat etwa Martin Warnke gezeigt, welche bezeichnenden Wandlungen die Visualisierung der Demokratie durchlaufen hat).2 Dazu zählt auch der Umstand, dass sich mit der ‚Erfindung der Nation‘ Ende des 18. Jahrhunderts und ihrer Inversion zur Idee des Nationalstaates eine imaginäre
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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