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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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294 Sektion III: Netzwerke Der Lobpreis auf das einfache Leben auf dem Lande und die Bevorzugung des pastoralen Milieus gegenüber dem des ‚Hofs‘ und der ‚Großstadt‘ sind vor dem Hintergrund von Questenbergs massiver Föderung seiner Herrschaft Jarmeritz zu sehen, mit dem er sich in hohem Maße identifizierte. L’origine di Jaromeriz in Moravia (1730) L’origine di Jaromeriz in Moravia wurde in Jarmeritz 1730, wahrscheinlich im De- zember zum Namenstag des Grafen aufgeführt. Die Handlung der Oper spielt im mittelalterlichen Königreich Böhmen, basiert jedoch nicht auf historischen Tatsa- chen, sondern wurde frei erfunden. Die Protagonisten sind drei männliche und drei weibliche Personen aus dem hohen Adel und vertreten die drei Teile der böhmischen Krone, Böhmen, Mähren und Schlesien. Den Hauptstrang der Handlung bildet eine Liebesgeschichte, und die im Titel der Oper genannte Erbauung der Stadt Jarmeritz kommt ebenfalls nicht zu kurz. Eine der wichtigsten Szenen in der ganzen Oper befindet sich am Beginn des drit- ten Akts: Direkt auf der Bühne wird vor den Augen der Zuschauer die Stadt Jarmeritz errichtet. Im Libretto steht dazu folgende Angabe: „Eine Ebene mit vielen Arbeitern und Soldaten der Hedwigis, die beschäftiget seynd die Mauern der Stadt zu erbauen, welche man nach und nach eine Form zu bekommen, beobachtet.“28 Diese Oper repräsentiert wieder deutlich den mährischen Patriotismus Questen- bergs, versteht sich aber auch als Huldigung auf den Grundherrn und dessen Bestre- bungen im Ausbau der Herrschaft Jarmeritz. Der Adelige Gualtero, der als Gründer von Jarmeritz die Verkörperung Questenbergs darstellt, spricht mehrmals explizit über Mähren und über die Wichtigkeit des Friedens, als dessen Garant wiederum Gualtero/Questenberg verherrlicht wird. Gualtero dankt beispielsweise Genovilde, der Tochter des böhmischen Königs, mit den Worten: „Unser Mähren/Kan [sic] sich allein durch dich glückseelig / nennen.“ (III/10). Auffällig ist auch das Bangen Ottocaros29 um den Frieden und die Sicherheit Mährens. In der Szene III/3 singt er: „Das Mähren-Lande soll nicht mehr schlaffen: / Man ruffe die Freinde / Und Nachbarn g’schwind zu Hülffe: / Ergriffen und nicht verworffen / Sey unser günst’ges Schicksaal.“ Im darauffolgenden Auftritt (III/4) sagt Ottocaro zu Draomira: „Dein Bruder lasset sich von der Hofnung blenden, / Und seinetwegen wacklet / Die Si- cherheit des gantzen Mähren-Landes, [...].“ Draomira setzt fort: „[...] Fasse Muth, und wohlbedencke, / Daß in Gualtero bestehe / Die größt’ Ang‘legenheit von gantz Mähren. [...].“30
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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