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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 302 -
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302 Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“ gewendet. Gegenständlich sind persönlich vom Herrscher gesetzte Akte, in denen er bzw. seine Familie Staat und Dynastie öffentlich verkörpern, weiters auch die Reprä- sentation im Sinne von Stellvertretung durch Bauwerke und Denkmäler, die für den abwesenden Herrscher oder auch für konträre Interessensvertreter (z. B. der Stadt, der Wirtschaft, des Adels) deren Machtansprüche abbilden, sowie die Vertretung des Herrscher bzw. der Dynastie durch prominente Hofkünstler und deren Produkte. Ein zentraler kritischer Ansatz der Repräsentationsforschung liegt in der Notwen- digkeit, die richtigen und eindeutigen Positionen der Beteiligten innerhalb der Kom- munikation zuzuordnen:5 Wer ist Adressant und wer ist Adressat der habsburgischen Repräsentationsbotschaften? Es gilt, den häufig in der Literatur zu findenden, allge- meinen Formulierungen, ein Kunstwerk sei ‚auf Veranlassung‘ oder ‚im Auftrag‘ eines habsburgischen Herrschers entstanden, auf den Grund zu gehen. Es ist im Einzelfall zu untersuchen, wie die Verhältnisse tatsächlich gelegen sind. Gerade bei Kunstwer- ken im Stadtraum erscheinen lineare, lediglich in eine Richtung ausgegebene Bot- schaften wenig wahrscheinlich. Zu vielschichtig, zu gegenseitig überlagert waren die Interessengruppen und damit die interessegeleitete Vermittlung von Botschaften. Die Annahme, der Landesherr hätte alle Entscheidungen alleine getroffen bzw. im Vorfeld von Entscheidungen alle Notwendigkeiten eigenständig beurteilt, hieße, die Kapazität des Landesherrn zu überfordern und die – zumindest im politischen Kontext – prozessuale Verfasstheit des Kunstwerks zu ignorieren. So gesehen lag die Entwicklung und Entstehung von Kunstwerken immer in den Händen mehrerer Beteiligter, sie war immer eine – kommunikationstechnisch gesehen – Abgleichung von mehreren, eventuell auch gegensätzlichen Interessenlagen. Die Entstehung des dauerhaften, ephemeren oder performativen Kunstwerks basiert in diesem Sinn auf einem in viele Richtungen laufenden Kommunikationsprozess zwischen mehreren Kommunikatoren und deren Interessen. Die Befragung der unterschiedlichen Anlässe und Ereignisse der Begegnung von Repräsentant und Adressat, die an verschiedenen Orten und in verschiedenen sozialen Räumen bzw. vor nicht selten durch das Zeremoniell genau ausdifferenzierten Teilöf- fentlichkeiten stattfinden, erfolgt aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Fügt man auch Fragen nach deren Sprache (im Sinne einer symbolischen Kommunikation) hinzu, ergibt sich ein komplexer, perspektivenreicher Themenkreis, dessen Bearbeitung die Subtilität, mit der mittels zeremonieller Finessen unterschiedliche Aspekte von Reprä- sentation ausgedrückt und erlebbar gemacht wurden, aufdeckt. So wird in den folgen- den vier Beiträgen der Repräsentationsgehalt von Ereignissen, angesiedelt zwischen Hochbarock und dem Ende der Monarchie, schlaglichtartig beleuchtet. Als promi- nenteste und wahrscheinlich auch ursprüngliche Form können persönliche Akte und unmittelbares Agieren des Herrschers gelten, in denen er bzw. seine Familie sich – und
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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