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Weichsel- oder Zwetschken-Würstchen.
Weich gesottene gedörrte Weichsel« oder Zwetschken schneidet man klein
und behandelt sie weiter wie obige.
Salsen - Schnitten.
Von abgeriebenen Semmeln werden schöne Schnitten gemacht, mit
Salse oder Zwctschkemnnß bestrichen, mit einer andern zugedeckt und mit ro-
them Wein befeuchtet. Dann dreht man sie in Ei und Brösel und bäckt sie
in Schmalz.
Oder: Schnitte« von abgeriebenem mürben Gebäcke, mit Marillen salse,
2 und 2 zusammengefüllt, dreht man nur am Rande in Ei und Bröseln und
bäckt sie schön gelb. Dann legt man sie fest nebeneinander in eine Rein, gibt
rothcn Wein dazu, daß sie fast bedeckt sind, streut Zucker darauf und stellt sie
in das Rohr, bis sie den Wein eingezogen haben. Den Zucker kann man mit
dem Muserl brennen.
Portugieser Orapfel.
Man macht Teig zu Polsterzipfel Nr. I (Seite 36), treibt ihn aus, legt
von der Fülle wie bei den Schlückkrapftln darauf, radelt sie eben so ab und
bäckt sie in Schmalz. Die Fülle von 6 Dottern, 6 Loth Zucker, v Loch Man-
deln, 2 Loth kleiuwürfelig geschnittenem Bcinmark und ^ Loth Zitronat.
Polsterzipfel.
Mürben Teig (Seite 36) treibt man ziemlich fein aus, belegt ihn in
Reihen (wie bei den Schlückt'ravfcln) mit Weichselfleisch oder Ribiselsalse, be-
streicht den Teig herum mit Ei, schlägt ihn über, und radelt verschobene Vier-
ecke ab. I m Schmalz gebacken, werden sie mit Zucker bestreut. Man muß
trachten, daß der Teig nirgends zerrissen, und wo er geradelt wird, mit Ei be-
strichen sei.
Rosen.
Schneebällenteig Nr. 1 wird ausgetrieben und mit drei verschieden gro-
ßen Krapfenstechern ansgestochm. In M s Blattet macht man am Rande fünf
kurze Einschnitte. Die größern betupft man in der Mitte mit Ei, legt drei
auf einander, immer das größte unten, das kleinste oben, und drückt in der
Mitte den Finger darauf. Sie werden in Schmalz gebacken, mit Zucker be-
streut, und in die Mitte gibt mall Eingesottenes.
Schneeballen.
Man macht den mürben Teig Nr. I I , treibt ihn, zu kleinen Leibchen
fornürt, rund aus, radelt diese in kleinsing erbreiten Streifen an, daß der
Rand aber eben so breit ganz bleibt. Dann hebt man jeden zweiten Strei-
fen in die Höhe und steckt zwischen den obern und untern einen Kochlöffelstiel
durch, mit dem man den Teig in das heiße Schmalz gibt, und dabei ausein-
ander schüttelt, so wie auch die Pfanne geschüttelt wird, bis er aufläuft.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten