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Die Süddeutsche Küche - auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
Seite - 235 -
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235 Loth Butter ohne Säure, 4 Lolh Zucker mit Vanille und von 4 Eiern den festen Schnee, nebst so viel Mehl dazu, daß ein fester Teig wird, den man auf dem Nudelbrette recht abarbeitet, und zu Striezeln formt. Auf dem Bleche gut gegangen, wird der Tcig, mit Ei bestrichen, schön gelb gebacken. IZwielack. Man macht den Teig wie zum Milchbrot von 2 Maß Mehl, 3 Loth Germ, 6 Loch Zucker, Milch und ^ Pfund Butter, die man als Stück un- ter deu Teig knetet. Wenn er Blasen bekömmt, schneidet man auf dem Brette lauter eigroße Stücke davon, die man mit den stachen Händen zu fingerdicken Würstchen rollt, und jedes schneckenförmig zusammendreht. Diese steFt mau dann so auf das Blech fest nebeneinander, daß sie einen oder zwei Striezel formiren, und das Ende der Schnecken immer gegen unten auf das Blech kommt. Dann laßt man sie zugedeckt aufgehen. Ehe man es in den sehr heißen Ofen gibt, dann wenn es halb, und wenn es aanz gebacken ist, bestreicht man die Oberfläche mit Waffer. Den nächsten Tag schneidet man davon mit einem großen scharfen Messer - dünne Schnitten, legt sie nebeneinander auf das Brett, streut mit einem Siebe Zucker darüber, bis sie weiß sind, dreht sie um, und macht es eben so, dann legt man sie auf einander, und läßt sie liegen, bis der Zucker zerstießt. Man kann sie nun, wie sie aufeinander liegen, nach der Länge einmal durchschneiden, damit die Schnitten schmäler weiden. Dann legt man sie auf das Blech und gibt sie in den heißen Ofen. Wenn sie braun werden, nimmt man das Blech heraus, dreht die Schnitten um, und gibt es wieder hinein. Die Fertigen legt man während dem Auskühlen aufeinander. Hausbrod. Zu 12 Pfund weißem Roggenmehl nimmt man ^ Seidel Sauerteig, erweicht diesen mit 1 Seidel lauem Wasser, seiht dies Abends spät in die Mitte, des schon früher in die warme Kiichc gestellten MehleS, und mischt davon so viel dazu, daß das Dampfet dicklich wird, streut vom Mehle darüber und läßt es im zugedeckten Backtröge über Nacht aufgehen. Zeitlich in der Früh mengt man nebst Sal^, etwas Anis, Kümmel, Koriander und Brotklee *), alles fein gestoßen zum Mehle, und mischt mit den Händen, Mehl, Dampfet und laues Wasser zu einen festen Teig, welchen man mit einiger Anstrengung mit beiden Händen tüchtig knetet, bis er schnalzt, wenn man eine Hand herauszieht, recht fein ist, und sich von den Händen löst. Wenn man statt Wasser abgenommene süße Milch nimmt, wird das Brot noch besser. Nun läßt man ihn im Back- troge an einem warmen Orte zugedeckt gehen. Wenn der Teig noch einmal so groß geworden ist, nimmt man ihn auf das bemehlte Brett und formirt von dieser Quantität 3 oder 4 Laibe oder Wecken. Man arbeitet den Tcig dabei wieder recht ab, wovon das Brot dann fcmlöcherig wird. Die meisten geben die Laibe in Körbchen, welche mit bemehlten Leinwandlappen ausgelegt sind, doch schöner glatt wird die Ninde des Brotes, wenn man sie auf dem Brette mit einem Tuche bedeckt, liegen läßt. Nach abermaligem Aufgehen gibt man sie auf das Einschiebbrctt, bestreicht sie mit kaltem Wasser, nnd wenn sie ge- backen aus dem Ofen genommen werden, mit heißem. Die in Körben gegan- ) Auch Frauenklee genannt, eine fehl angenehme Würze, aber nicht überall bekannt.
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Die Süddeutsche Küche auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
Titel
Die Süddeutsche Küche
Untertitel
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
Autor
Katharina Prato
Verlag
U. Leykam's Erben
Ort
Graz
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
37.2 x 65.9 cm
Seiten
350
Schlagwörter
Kochbücher, Kochen, Rezepte
Kategorie
Küche und Garten
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