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Verzuckerte Mandeln.
Man sucht schöne und ganze Mandeln ans, wischt sie ab und wiegt gleich
schwer Zucker. Diesen gibt man in das Becken, mit so viel Wasser, daß er sich
auflösen kann, und stellt ihn auf die Glut. Sobald er zu sieden
beginnt, schüttet
man die Mandeln hinein. Wenn es anfängt dick zu werden, muß man immer
recht Acht haben, damit es sich
nicht anlegt, daher eiumal aufkochen lassen, dann
wieder recht rühren.
Ist die Feuchtigkeit ganz verdünstet, so hält man das Becken schief über
die Glut und wirft die Mandel» darin so auf, daß der sich nun brennende Zu-
cker damit vermischt wird.
Sind sie auf diese Weise gebräunt, so schüttet man sie auf ein Brett uyd
gibt etwas Wasser in das Becken. Dann sondert man die Mandeln vom brös-
lichen Zucker ab, und läßt diesen mit dem Wasser kochen, bis er breitlauft. Nun
läßt man die Mandeln wieder mitkochen, bis alle bei beständigem Umrühren
glacirt sind, wo man sie
herausnimmt.
Zuckerln ^Bonbons).
Bis zur Glassprödigkeit gekochter, geläuterter Zucker wird heiß vom
Feuer weg auf einen glatten, mit Mandelöl bestrichenen Stein geschüttet. Dieser
muß etwas schief gelegt sein, und der Zucker auf der höhereu Seite aufgegossen
werden, damit er sich selbst ausbreiten kann.
Wenn dies geschehen ist, schneidet man es mit einem großen Messer zu
fingerbreiten Würfeln ein, aber nicht ganz durch, und fährt mit dem Messer
zwischen Zucker und Stein durch, daß der ganze Fleck sich löst, und hebt ihn auf
eiu kaltes Blech.
Erkaltet zerbröckelt man die Zuckerln nach den Ginschnitten. Ist noch Zu-
cker aufzuschütten, so läßt man ihn wieder heiß werden.
Oder : Man kann Limonie- oder Pomeranzen-Zucker, oder Vanille-
Zucker mit etwas Wasser verrührt, oder Chokoladc weich gemacht, mit etwas
vom gesottenen Zucker glatt verrührt, während dem Kochen dazu geben.
Oder: Man gießt den Zucker düun auf, das heißt man muß den Stein
höher unterlegen, streicht, so lauge der Zucker noch warm ist, Eingesottenes dar-
auf, und gießt wieder Zucker darüber.
Marillen-Nnheln.
Man nimmt auf das Brett 10 Loth Zucker, 1 Löffel voll Marillensalse
und i/j Pfund mit Zucker feingestoßene Maudeln und macht dies mit dem
Messer zu einem Teig. Sollte es zu fest sein, so kann man mit Salse nachhelfen.
Das Brett bestanbt man mit Zucker und formirt darauf kleine Bretzeln,
die man auf dem mit Wachs bestrichenen Bleche im sehr kühlen Ofen trocknet.
Man kann sie mit Eis verzieren.
Quitten-Augen.
Pfund gebratene passirte Quitten, ^ Pfund Zucker und 1 Klar als
Schnee rührt man 1 Stunde, macht kleine Häufchen auf Oblaten, die man im
kühlen Ofen trocknet, dann beeist.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten