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So macht man es 3mal, dann zuckert man die Milch nach Geschmack
und gibt sie kalt oder lau.
' Zu 2 Seidel frischem Wasser, nimmt mau 12 bis 30 Mandeln.
Oder: Man läßt V4 Pfund Mandeln mehrere Stunden in frischem
Wasser liegen, dann schält und stößt man
sie,
zerreibt sie recht fein im Mörser
mit etwas Wasser, mischt nach und nach 1 Maß dazu, seiht es und versüßt
es mit Zucker.
(Mandelstangerln und Essenz.) 1 Pfund Mandeln macht
man mit 2 Seidel Wasser zu dicker Mandelmilch, gibt 1 Pfund gestoßenen
Zucker dazu, stellt es aufs Feuer und läßt es einen Sud machen. Dann füllt
man es in Gläser und hebt sie gut verbunden an einem kühlen trockenen Orte
auf. Nenu man Mandelmilch braucht, gibt man davon 2 Eßlöffel voll in ein
Trinkglas mit frischem Wasser.
Mandeln werden gestoßen, mit Staubzucker zu einem feinen Teig im
Mörser verrieben, dann auf dem Brette zu Etangerln geformt, die man in
Papier gewickelt aufhebt, nachdem man sie au der Luft trocken werden ließ.
Man gibt daun ein Stück in Wasser und seiht es, wenn sichs aufgelöst hat.
ic Vorratskammer.
Eine wohleingerichtete, nette und reine Speisekammer ist der Stolz einer
ordentlichen Hausfrau; nicht auf die Menge kommt es dabei an, sondern wie
die Vorräthe aufgestellt und erhalten sind.
Leider muß in Städten fast jede Frau klagen, daß sie nicht weiß, wo
etwas aufbewahren, denn wie selten findet man als Speisekammer einen
lichten und luftigen Raum, der gegen Frost oder Küchendampf geschützt werden
kann. Bei einem größeren Haushalte braucht sie aber beständige Sorgfalt,
um alles Verderben der Eßwaaren zn verhüten, keinen Schmutz aufkommen zu
lassen und zu sehen, daß die älteren Gegenstände zuerst verbraucht werden.
Frisches Ölst.
Aepfel und Bi rne u legt man in einem Keller oder einer Kam-
mer auf Brettern auseinander, daß sie sich nicht berühren und sucht die schlecht
und mürbe werdenden fleißig heraus.
Mispe ln frisch vom Baume legt man, um sie weich zu machen, zwi-
schen Stroh, die sich längere Zeit halten sollen, auf Bretter auseinander.
Nüsse. Wenn man sie frisch erhalten will, gibt man sie im Keller in
feuchtem Sand. Die zum Aufbewahren trocknet man im kühlen Backofen.
1Y*
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten