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Z i t rone «spalten. Noch ganz feste Früchte schneidet man mitten aus
einander und gibt sie täglich zweimal in frisches Wasser, was durch 8 Tage
wiederholt wird.
Mau locht sie, bis man die Schale mit einem Hölzchen leicht durchstechen
kann. Auch wahrend dem Sieden wechselt man das Wasser.
Dann nimmt man das weiße Innere mit einem Löffel heraus und gibt
geklärten Zucker kühl über die Spalten und wiederholt das Kochen des Zuckers
bis die Schalen durchsichtig sind, wo man sie mit Zucker bedeckt in die^Gläscr
füllt uud verbindet.
rüne Mandeln. Man nimmt sie dazn, wenn die Schalen noch
weich sind. Das äußere Rauhe nimmt man weg, dann kocht man sie mit Essig
und Wasser, bis man sie leicht durchstechen kann, und läßt sie auf einem Siebe
abtropfen. Dann kocht man sie in Zucker, und diesen durch 4 Tage wieder bis
zum Breitlauf.
rüne Nüsse. Gegen Ende Juni nimmt man sie vom Baume, durch-
sticht sie mit einer Nadel, und läßt sie 14 Tage in Wasser liegen, welches täg-
lich 3 Mal erneuert werden muß.
Sie werden dadurch ganz schwarz. Dann kocht man sie bis man sie mit
einem Stecknadelkopf durchstechen kann, in Wasser und trocknet sie mit einem
Tuche' ab.
Nun spickt man sie mit Stückchen Zimmt und ganzen Gewürznelken, legt
sie in ein Einsiedglas und gibt den gekochten Zucker kühl darüber. Alle 2 Tage
wird er überlocht, bis er nicht mehr beim Stehen dünn geworden ist. Zu
Pfund Zucker 2 Seidel Wasser zum Kochen. Am Ende muß man noch ge-
s
läuterten Zucker dazu geben, damit die Nüsse gnt mit Saft bedeckt sind.
Oder: Man gibt beim Kochen des Zuckers die Nüsse nnd ein Beutelchen
von Organtin mit grob gestoßenem Zimmt, Nelken und Zimmtblüthe dazu, wo
die Nüsse nicht gespickt werden.
rüne Bohnen schoten in Zucker. Von den ganzen Schoten
werden die Spitzen abgeschnitten und die Fäden weggezogen, worauf man sie
mit Essig und Nasser kocht (aber nicht bis zum Wcichwerden) und damit er-
kalten läßt.
Dann schüttet man dieses Wasser weg, und gibt den gesottenen Zucker
kalt darauf, den man durch 3 Tage auskocht und wieder kalt dcmitm Mt. Zu-
letzt thut man diesen Zucker weg und füllt geklärten in die Gläser.
Dunst-Obst.
Das Obst muß vollkommen ausgewachsen sein, aber noch hart und makel-
los. Den Zucker kocht man mit mehr Wasser im KcrlMuiß als zu anderem Ein-
gesottenen , zu 1 Pfund kann man 3 bis 3 Seidel geben, damit der Saft das
Obst gut bedecke, was zur Erhaltung eine Hauptsache ist.
Man füllt die Gläser mit der Obstgattung voll, gibt vom geklärten dünn
gekochten Zucker so viel dazu, daß die Frucht bedeckt ist, verbindet die Gläser
mit Leinwand und doppelten Herzblasen, umwickelt jedes Glas mit Heu oder
Leinwandlappcn, und stellt sie auf Heu fest nebeneinander in einen Kessel. Die-
sen füllt man mit kaltem Wasser bis zuden Blasen an, deckt ihn gut zu
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten