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blättern und zerschnittenem Dillkraut, gibt eine Schichte Gurken darauf, bestreut
sie mit Salz und bedeckt sie mit den Blättern. So macht man es abwechselnd
fort, bis das Fäßchen voll ist, wo man die Zwischenräume mit frischem Brun-
uenwasser ausfüllt. Das Fäßchcn wird verschlagen in die warme Küche gestellt
bis die Gurken inGähmng gerachen, was man am säuerlichen Geruch erkennt.
Man stellt es nun in den Keller.
Vom Anfang an muß das Fäßchcn täglich umgekehrt, und so oft das
Wasser eintrocknet frisches nachgefüllt werden. Hat man kein Kätzchen, so deckt
man die Gurken, in einen Topf eingelegt, mit cin?m runden Brettchen zu und
legt Steine darauf, damit das Wasser immer darüber steht.
Spargel in Lssig.
Man schneidet unten das Harte weg, läßt ihn in Salzwasser einen Sud
machen, dann absinken und mit kühlem gesottenen Essig überschüttet 24 Stunden
stehen, dann auf einem Siebe ablaufen. Nun legt man den Spargel in ein
weites Geschirr und schüttet so viel gekochten, erkalteten Essig darauf, daß er
bedeckt ist. Dann stellt man ihn in Einsiedgläsern auf, gibt den Essig dazu und
verbindet sie mit Blasen. Wenn man davon braucht kocht man ihn in Wasser
und gibt ihn mit Essig und Oel als Salat.
Nohuenschoten in Essig.
Nachdem man die Fäden abgezogen, schneidet man die unausgewachsenen
grünen Schoten ein- oder mehrmals schief ab, läßt sie in Salzwasser aufsieden
und auf einem Siebe abtrocknen. Dann legt man sie in ein Einsiedglas mit
Lorbeerblättern und Pfeffer ein und schüttet gekochten kalten Essig darüber und
verfährt mit diesen wie bei den kleinen Gurken. Zuletzt gibt man Tafelöl oder
zerlassenes Kernfett darauf und verbindet die Gläser mit Blasen. Man gibt sie
als saure Sauce und Salat.
Schalotten nnd kleine Zwiebeln in Essig.
Schalotten oder von den allerklcinsten Zwiebeln gibt man geschält in
einen Tops und sehr stark gesalzenes Wasser darauf, daß sie bedeckt sind. Nach
24 Stunden gießt man dieses Wasser weg, gibt ganzen Pfeffer, Nengewürz,
Ingwer und kochenden WcineM darüber und läßt ihn zugedeckt einige Tage
stehen. Mau schüttet dann diesen Essig, wieder aufgekocht, kalt darauf und läßt
sie so, oder kann sie in Duust sieden.
Mau verwendet sie zu Schöps-, Schwein- oder Entenbraten zu gemisch-
tem Salat u. dgl.
Türkischer Weizen in Essig.
Die kleine Gattung des schnell reisenden Weizens (HuÄrantlno) wird
noch unreif abgepflückt, gereinigt und durch 7 Tage in Salzwasser gelegt, wel-
ches täglich gewechselt werden muß.
Dann läßt man ihn in Salzwasser einige Sude machen n^nd auf einem
Siebe abtrocknen. In Gläser gegeben, schüttet man mit ganzen Pfeffer gekoch-
ten Weinessig, warm darüber.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten