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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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3 Computer und Internet könnendie sozialeWelt nicht ersetzen, aber sie könnensieunterstützen, javerstärken.DieFacebook-Lerngruppegehört zu den sinnvollen Verstärkungen des Lernens ebenso hinzu, wie eine AugmentedReality, die leibhaft vor Augen undOhren führt, wie be- eindruckend elegant sich Grauwale bewegen und miteinander kom- munizieren,ohnedassderenLebenswelt zurdirekterfahrbarenWeltder Kinder gehören muss. Vom schon fast sprichwörtlichen „Lehrer Schmidt“, demMathematiklehrer auf YouTube für Tausende vonKin- dern, denNerdfightern um die Brüder Hank und JohnGreen, die in wöchentlichen Videoblogs Millionen Jugendlichen erklären, was in Syrien passiert oder wie es zumErstenWeltkrieg kam, bis zu denKI- KursenvonSebastianThrunsinddigitaleMediensehrgutgeeignet,mehr überdieWelt, ihreTatsachenundderenZusammenhängezulernen.Das hängtmit einerEigenschaft desDigitalen zusammen. Siemacht Lernen sichtbarer, also gerade nicht leichter, sondern herausfordernder. Denn jetzt sind neben die bisher etablierten Institutionen des Lernens eine schier unendlicheZahlweiterer Lernorte entstanden, die vielerlei For- mate nutzen, um über noch mehr Sachverhalte zu unterrichten. Das macht das digitale Lernen zugleich unübersichtlich.Unklar ist jetzt,wo ich ambesten fürmeinLerninteresse den geeignetenOrt finde. Lernen muss daher in einer digitalen Gesellschaft noch stärker als bisher the- matisiert werden. Es ist nicht so selbstevident, wie es die Schulen und Universitäten für uns (geworden) sind. Das digitale Lernenwird daher zuerst undvonnichtwenigenalsOrdnungsverlustwahrgenommen. Ich weiß nicht,wo und beiwem ich ambesten lerne.Der hoheOrientie- rungsbedarf erzeugt eine reiche Anschlusskommunikation, so sagen es SoziologenwieArminNassehi (2019).DigitaleGesellschaftensinddaher Gesellschaften in der permanenten Selbstbeobachtung und Selbstthe- matisierung, um diesem wachsenden Orientierungsbedarf gerecht zu werden. Das lässt sichbesonders gut auch fürdasdigitaleLernenbeobachten. Dass unsere Jugend nichtmehr lesen und schreiben könne und für die Universitäten nichtmehr ausreichend gebildet sei, gehört zu denRou- tinender Selbstthematisierung.Was dabei aber übersehenwird, ist,wie NassehimitRecht betont, dieOrdnungsbildung, also die vielen neuen Wege zu lernen.Wenn daher vom digitalen Lernen gesprochenwird, dannmuss von einer intensivierten Sichtbarkeit des Lernens dieRede sein. DieRhetorik von der Erleichterung des Lernens durch dieDigi- GerhardLauer82
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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