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StellemitzunehmenundMultiplikatoreneffektezuschaffen,letztlichaber
auch umüberhaupt diejenigen zu erreichen, die schon in der digitalen
Revolution groß werden, bedarf es hier rasch einer größtmöglichen
Anstrengung. Dabei geht es ganz konkret darum, die private und pro-
fessionelle pädagogischeOrientierungslosigkeit angesichts der digitalen
Bildungsoffensiven zuüberwinden, aber auchdarum,denHochschulen
dasÜberleben zu ermöglichen, damit sie nicht amEnde vonderÖko-
nomie in feindlicher Übernahme in ihremWesen disruptiv vernichtet
werden.
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Die Verflechtung vonWissenschaft undWirtschaft muss so weit wie mçglich
transparent gemachtwerdenund ihreEntflechtungvorangetriebenwerden.Damit
die Hochschulen eine Chance haben, als eigenständige Instanzen im
Rahmenvondemokratischenund liberalenGesellschaftenzuexistieren,
bedarf es klarer Grenzen zwischen den Systemen. Das heißt natürlich
nicht, dass es nicht zu Kooperationen und Kollaborationen zwischen
UniversitätenundAkteurenderWirtschaft kommendarf, aberesbedarf
klarer Spielregeln, unterwelchenBedingungendiese zustandekommen
und umgesetzt werden dürfen. Und es bedarf einer konsequenten
Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger sowie Kontrollinstanzen,
um sicherzustellen, dass die im Auftrag der Gesellschaft agierenden
Universitäten auchwirklich in ihremSinneoperieren.
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DerausuferndenMetrisierungund'konomisierungvonWissenschaft istEinhalt
zu gebieten. Die Ökonomisierung der Hochschullandschaft hat viele
Gesichter.Wirtschaftliche undmetrischeBemessungsgrundlagen haben
überall Einzug gehalten.Nurwas zahlenmäßigmessbar und/oder digi-
talisierbar ist, scheint noch Bestand zu haben. Wenngleich sich eine
Renaissance qualitativer Forschungsansätze zumindest erahnen lässt, ist
die Quantifizierbarkeit zum entscheidenden Bewertungsmaßstab von
Wissenschaftgeworden.Forschung,dienichtdirektoder indirekteinem
ökonomischen Ziel dient, wird immer fragwürdiger. Und die Bemes-
sungsgrundlagemitmehr als fragwürdigen Impact-Faktoren und ähnli-
chen Auswüchsen treibt unter der Prämisse einer vermeintlichenOb-
ZurBedeutungderHochschulen imZugeder digitalenRevolution 111
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik