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nungDigitalisierungverstandenwird,bildetdabeieintechnischesElement
mitdisruptivemCharakter, abernichtdenKernderTransformation.Das
lässt sichanhanddesSmartphonesexemplarischverdeutlichen.Natürlich
isteseinetechnischeNeuerung,dievieleProzessedigitalisiertunddurch
„smarteApps“effizienterundeffektivergestaltet.DiedurchSmartphones
geschaffenen neuen Möglichkeiten der Kommunikation haben aber
grundlegende kulturelle Veränderungen eingeleitet und neue Heraus-
forderungen undVerantwortungen kreiert.Netzkultur fließt ein, prägt
undinteragiertmitderbisherigenKultur.UnterBerücksichtigungdieser
komplexen, weltweit miteinander vernetzten Prozesse gilt es die
Hochschulevonheuteundmorgenzubetrachtenundglobalundlokalzu
denken. Eine ergebnisoffene Analyse ist dabei gesellschaftlich notwen-
diger und erfolgsversprechender als dasHerausarbeiten von„Mehrwer-
ten“ in einemKonstrukt scheinbarerGegensätze.
2–Mehr als einAdd-on
EinedergroßenParallelenbeiBildungsdebatten ist,vonwemsiegeführt
undwelcheFragengestelltwerden.Geführtwerdensie inderRegelvon
Lehrenden, Leitungen oder anderen Beteiligten von Entscheidungs-
ebenen, in einem exklusiven Kreis. Und eine der ersten Fragen dabei
lautet meist, was esNeues braucht. Gibt es neuesWissen, das den ak-
tuellenBildungskanonergänzensollteodereineTechnik,diedazuführt?
Ja und Ja, lautet die stark verkürzte Antwort auf eine einseitige Be-
trachtung.Natürlich gibt es sowaswie data scienceoder digital literacy, die
am besten gleich zu Beginn eines jeden Studiums auf dem Programm
stehen sollten.Selbstverständlich sinddafür auchdigitaleStrukturenund
eine zeitgemäßeTechniknotwendig.Das reicht aber alles nicht ausund
istmonokausalgedacht.DieDigitaleTransformationistkeinAdd-on,das
nur zur aktuellen Software hinzugefügt wird, sondern verändert auch
bereits Bestehendes in seinemWesen. Deshalb braucht es einen Blick
über dieGrenzender eigenen Institutionhinaus unddie Infragestellung
allerbisherigenStrukturenundProzesse.Dabeigenügtesauchnicht,nur
zu fragen,was gelerntwird, sondern auchwie.
DejanMihajlovic´120
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik