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5–Wie sieht dieHochschule derZukunft aus?
DieHochschule derZukunft sehe ich als eine tragende Säule einer In-
formations- undWissensgesellschaft. Sie bildet die (wissenschaftliche)
Grundlage des öffentlichen Diskurses und gibt Orientierung bei kon-
troversenBetrachtungen.ChristophKappeswarf inderKlausurdieFrage
auf, wo sich zukünftigWissen entwickelt. In Spaces oder an denUni-
versitäten? Vielleicht an beidenOrten, ohne die genauenGrenzen er-
kennenundziehen zukönnen,weil ichdieHochschule vonmorgen in
derZivilgesellschaft verankert sehe, für alle zugänglichund imständigen
interdisziplinären Austausch. Es werden Projekte angeboten und
durchgeführt, die innerhalb und außerhalb der Hochschule stattfinden
undauchhochschulexterneExpertisemiteinbeziehen.Studierende(oder
Lehrende) können alle Seminare und Angebote wahrnehmen, die sie
interessieren und sindnicht anFächer gebunden.
Die Hochschule der Zukunft muss allein deshalb ein attraktives
Angebot für Lehrende und Lernende darstellen, umder aktuellen Ent-
wicklung entgegenzuwirken zu können, dass (Tech-)Unternehmen
vermehrt „gute Köpfe“ vonHochschulen abwerben, was dazu führen
kann, dass Forschungsarbeit zunehmendeinemökonomischen Interesse
folgt unddieQualität der unabhängigenForschung abnimmt.
Niemandweiß,welche technischenNeuerungen dieZukunft ver-
ändernwerden. Sowie niemand dieDynamik undweltweitenVerän-
derungen durch Smartphones prognostizieren konnte. Ein häufiger
Denkfehler von Visionen (bezüglich technischer Entwicklungen) liegt
darin, dass sie monokausal gedacht werden. Wenn beispielsweise bei
PräsentationenneuerModelleMenschenAR-Brillen tragen, sichaber in
einem Auto und überholten Straßenverkehrskonzept fortbewegen.
Transformationsprozesse finden zeitgleich in allenBereichen statt.Des-
halb sind ein interdisziplinärerAustausch und einemultiperspektivische
Zusammenarbeit überall dringend erforderlich. Besonders in der
Hochschule (der Zukunft), ihrer Lehre und Forschungsarbeit.Wer die
Hochschule vonmorgendenkenmöchte,muss dieKultur vonmorgen
denken.Diesewird aber zunehmendkomplexer.
Fragen zu stellen, als wesentlicher Bestandteil kritischen Denkens,
befähigt zur Analyse komplexer Zusammenhänge. Vielleicht spielt das
FrageninderHochschulederZukunfteinegrößereRolle, indemesauch
an mehr Stellen gewünscht, gekonnt und praktiziert wird. Welche
Hochschulenes in einigen Jahrzehntengebenwird, hängt aber ebenfalls
davon ab, welche Fragen Studierende, Lehrende und alle weiteren an
Hochschule als tragende Säule vonGesellschaft 123
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik